Frankfurter Allgemeine Zeitung (Frankfurt):
"Wie fragil der Grund ist, auf dem die Vereinbarungen zwischen Israel und den Machthabern in Gaza stehen, zeigt die vereinbarte dreitägige Probezeit, der dann im Wechsel zu vollziehende Zugeständnisse folgen sollen. Diese Waffenruhe auf Probe wäre kein Grund für Zuversicht, gäbe es nicht andere, parallele Bemühungen, an den Fäden der verknoteten Konflikte im Nahen Osten zu ziehen. Verhandlungen zwischen Syrien und Israel über die Rückgabe der Golanhöhen haben mit türkischer Vermittlung einen Stand erreicht, wo nicht nur über Prozedurales, sondern auch zur Sache geredet wird. Gleichzeitig laufen Gespräche zwischen der Hamas und der palästinensischen Führung in Ramallah, deren Erfolg wiederum die Voraussetzung für einen Frieden der Palästinenser mit Israel ist, also für die Errichtung eines palästinensischen Staates."
Ostsee-Zeitung (Rostock):
"Bewegung im Nahost: Israel bietet dem Libanon, vor zwei Jahren noch Kriegsgegner, Friedensgespräche an. Ein diplomatischer Befreiungsschlag. Und nicht der erste. Seit langem schon verhandelt Jerusalem mit Erzfeind Syrien. Mit der radikal-islamischen Hamas hat es gerade einen Waffenstillstand ausgehandelt und mit der libanesischen Hisbollah einen Gefangenen-Austausch. Die jüngsten spektakulären Wendungen bringen längst keine Ruhe in die Region. Sie sind Resultat knallharter israelischer Realpolitik - der explosive Gazastreifen und der Libanon sollen befriedet werden. Die Hamas hingegen will sich mit der Waffenruhe regenerieren, Frieden mit dem 'zionistischen Gebilde' will sie nicht."
Frankfurter Rundschau (Frankfurt):
"Das ist eine gute Nachricht für die Israelis, die seit Monaten vom Gazastreifen aus mit Kassamraketen beschossen werden. Es ist aber auch eine frohe Botschaft für die Palästinenser in dem Elendsstreifen, der von der radikal-islamischen Hamas unter der Knute gehalten wird. Denn endlich können Lebensmittel und Baumaterialien, Benzin und andere Waren die Grenze passieren und die grassierende Not etwas gelindert werden. Es scheint, als breite sich im Nahen Osten Vernunft aus. Jetzt muss die Ruhe nur eine Ruhe bleiben. Fliegt nur eine einzige Rakete wieder aus dem Gazastreifen auf Israel, wird es leider wieder finster."