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StartseiteDealsPressestimme: Hillary Clinton gewinnt in Nevada
Barack Obama schlägt Hillary Clinton und stellt Spenden-Rekord auf

21. Januar 2008 Hillary Clinton gewinnt in Nevada

Doch straucheln kann sie noch allemal

Financial Times (London):

"Sicher, die Anhänger der Demokraten sind zwischen zwei Kandidaten hin- und hergerissen, die sie mögen. Die Wähler der Republikaner sehen sich mit drei Kandidaten konfrontiert, die sie alle nicht gut finden. Wenn John McCains überraschender Sieg in South Carolina lediglich die Enttäuschung mit den anderen Kandidaten seiner Partei reflektiert, so könnte bei der Wahl im November die Beteiligung der republikanischen Anhänger gering ausfallen - und damit ein Präsident oder eine Präsidentin der Demokraten gewählt werden. Aber es gibt noch genug Zeit für Fehler. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Demokraten einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand geben."

Diario de Noticias (Lissabon):

"In Nevada hat Frau Clinton das Rennen gemacht, denn sowohl Frauen als auch Latinos haben ihr gegenüber Obama den Vorzug gegeben. Bis zum Ende der Woche wird nun die große Frage sein, wie sich die schwarzen Wähler in South Carolina entscheiden werden, wo die nächsten Vorwahlen der Demokraten stattfinden. Aber geht es am Ende nur um Frau contra Schwarzer? Die Themen 'Wirtschaft' und 'Irak-Krieg' drohen angesichts solcher Debatten von der Tagesordnung zu verschwinden. Gewiss, Obama verspricht 'Wandel', und Frau Clinton will Truppen vom Golf abziehen, aber konkrete Aussagen macht keiner von beiden."

Salzburger Nachrichten (Salzburg):

"Zu verdanken hat er ihn der Zerrissenheit der christlichen Rechten, die hier im Bibelgürtel den Ton angibt und die ihre Stimmen auf mehrere Kandidaten verteilte. Der große Verlierer ist aber Rudy Giuliani, der in South Carolina nicht einmal zwei Prozent der Stimmen einsammeln konnte. Es scheint, als würde der Ex-Bürgermeister von New York die moderaten und an nationaler Sicherheit interessierten Wähler in großer Zahl an den Vietnamkriegshelden McCain verlieren. Denn der Mythos von South Carolina zählt etwas bei den Republikanern. Nie zuvor hat jemand die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten geschafft, der nicht auch hier gewann."

Rzeczpospolita (Warschau):

"Der minimale Vorsprung John McCains vor Mike Huckabee erhöht zwar bedeutend die Wahrscheinlichkeit, dass McCain tatsächlich offizieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird, doch gleichzeitig verringert dieser Sieg die Chancen auf eine spätere Aussöhnung der verschiedenen Partei-Flügel. Denn die liberalen Positionen McCains in vielen Schlüsselfragen gefallen den Konservativen ganz und gar nicht."

New York Times (New York):

"John McCain ist nicht wirklich modern. Darin unterscheidet er sich von seinen Mitbewerbern. Mitt Romney steht für den typisch modernen Risiko-Kapitalisten, Mike Huckabee ist der typisch moderne Evangelikale, Rudy Giuliani der moderne Macher. Sie alle sind beeindruckend moderne Männer. Nur John McCain ist da anders. Man könnte ihn einen Neo-Viktorianer nennen - unnachgiebig, selbstgerecht und moralisierend, aber auch männlich, mutig und prinzipientreu. Vielleicht ist es genau das, was das 21. Jahrhundert braucht."

Postimees (Talinn):

"Das Thema Außenpolitik gerät im Wahlkampf immer mehr in den Hintergrund, zumal sich die Lage im Irak in den letzten Monaten ein wenig beruhigt hat. In diesem Punkt sind sich Kritiker und Befürworter des Krieges einig, wenngleich sie unterschiedliche Ursachen für diese Entwicklung verantwortlich machen. Die Außenpolitik ist damit nicht vollständig von der Tagesordnung versschwunden, aber es scheint doch, als würden die tradi- tionellen innenpolitischen Themen am Ende den Ausschlag geben."

Boston Globe (Boston):

"Religiöse Intoleranz zeichnet eine Kandidaten-Debatte nach der anderen aus. Der Begriff 'Islamo-Faschismus' ist dabei zu einem rhetorischen Kernelement geworden. Vor allem unter konservativen Christen herrscht die Überzeugung, dass Islam und Faschismus eine innere Logik teilen. Die Kandidaten kommen diesen Christen entgegen. Frühere Bedrohungen, wie etwa durch Hitler oder Stalin, erscheinen dagegen geradezu harmlos. Hier sind tiefe religiöse Vorurteile am Werk, und wenn Politiker diese aufgreifen, machen sie es nur schlimmer."

Beijing Wanbao (Peking):

"Die Kandidaten, die das Wort 'Wandel' propagieren, wecken neue Hoffnungen. Dabei haben immer mehr Amerikaner erkannt, dass aktuelle Wirtschaftsmeldungen und die sinkenden Aktienkurse sich direkt auf ihr Leben auswirken. Da Obama, Clinton, Huckabee und die übrigen Kandidaten unterschiedliche Wähler ansprechen, fallen auch deren Erwartungen jeweils anders aus. Hinter dem simplen Slogan des 'Wandels' verbergen sich in Wahrheit mannigfaltige Inhalte."

Frankfurter Rundschau (Frankfurt):

"Das Feld dünnt gleichwohl aus, ein paar Grundlinien zeigen sich. Bei den Demokraten hat Hillary Clinton in Nevada dank einer Koalition der Frauen und Latinos gewonnen. Männer und vor allem Schwarze haben Barack Obama gewählt. Strategisch ist Clintons Koalition wichtiger, weil sie in Staaten wie Kalifornien oder New York über eine größere Basis verfügt. Bei den Republikanern geht es darum, die Flügel einer zerstrittenen Partei ohne Gravitationszentrum zu einen."

tageszeitung (Berlin):

"Seit die US-Medien vor knapp zwei Wochen begonnen haben, von `Rezession? zu sprechen, haben sich die Gewichte im US-Wahlkampf dramatisch verschoben. Für die Republikaner ist die `Krise? eine Energiespritze. Ungeachtet aller Tatsachen trauen viele US-Amerikaner ihnen in Sachen Wirtschaft einfach mehr zu. Auch Hillary Clinton profitiert von der Angst um das eigene Hab und Gut. Viele, die aufrichtig einen Neuanfang für Washington wünschen, wollen nun doch lieber erst einmal einen erfahrenen Handwerker ins Oval Office schicken, der ihre Jobs und Häuser rettet."

Rhein-Zeitung (Koblenz):

Schweriner Volkszeitung (Schwerin):

"Es deutet sich in den USA ein Duell an, das nur sehr eingeschränkt dem Wunsch der Wähler nach 'Wandel' in Washington gerecht werden würde. Auf der einen Seite steht mit John McCain ein Bewerber, der einst als 'Maverick' in der Partei galt, also als unbequemer Querdenker. Heute allerdings präsentiert er sich - vor allem mit seiner Unterstützung der Irak-Politik des Präsidenten - als Konformist. Und Hillary Clinton? Auch sie stellt sich krampfhaft als Figur dar, die angeblich 'Wechsel' repräsentiert, doch hat sie bisher nicht erkennen lassen, was sich bei einem Einzug ins Weiße Haus wirklich ändern würde. Sowohl McCain wie auch Clinton stehen also eher für ein 'Zurück zur Vergangenheit.'