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George W. Bush wirft mit 700 Milliarden Dollar nach der Finanzkrise

26. September 2008 George W. Bush wirft mit 700 Milliarden Dollar nach der Finanzkrise

Doch erreichen sie die Richtigen?

New York Times (New York):

"Dieser Rettungsplan sollte vor allem die Hausbesitzer und nicht nur die Wall Street entlasten. Denn wenn die Eigentümer keine Hilfe bekommen, dann werden weitere Schulden, Hypothekenkündigungen und fallende Hauspreise den Abwärtstrend fortsetzen. Damit würden die Anlagen weiter an Wert verlieren. Die Volkswirtschaft benötigt einen stabilen Plan, um den Zusammenbruch des Hypothekenmarkts zu verhindern. Nur so lässt sich die Investition von Steuergeldern in Höhe von 700 Millarden Dollar rechtfertigen."

Independent (London):

"Der von der US-Zentralbank unterstützte Rettungsplan von US-Finanzminister Paulson sollte die wirkliche Ursache des Problems angehen und die noch nicht bekannte Menge fauler Kredite im Bankensystem bereinigen. Um das Vertrauen wiederherzustellen und eine Rückkehr zu gesundem Geld zu ermöglichen, scheint es zu dieser teuren Sauerstoff-Kur keine Alternative zu geben."

Le Monde (Paris):

"In den USA und allen anderen Ländern droht eine schwerwiegende Vertrauenskrise, die sich in Zweifeln und Skepsis gegenüber dem gigantischen Rettungspaket für die Banken äußert. Wer kann dieses Misstrauen eindämmen? In diesem Stadium sind es gewiss nicht die Wirtschaftsakteure oder die Bankiers, die die Exzesse der Märkte selbst geschürt haben. Jetzt sind die Politiker gefordert."

Politiken (Kopenhagen):

"Die Probleme und Spannungen auf den Finanzmärkten wachsen von Tag zu Tag. Auf längere Sicht werden die wirtschaftlichen Konsequenzen spürbar werden - und im Moment gibt es keine Garantie, dass die Krise allein auf die Wall Street beschränkt bleibt. Auch viele europäische Großbanken haben mit Summen spekuliert, die sehr viel größer sind als ihr Eigenkapital. Im Augenblick weiß niemand, welche Zentralbank, Finanzaufsicht oder welcher Finanzminister eingreifen wird, sollte es zu einem größeren Zusammenbruch kommen. Man kann nur hoffen, dass es irgendwo in Europa Politiker gibt, die sich schon jetzt Gedanken darüber machen, was zu tun ist, wenn die amerikanische Krankheit Europa ernsthaft ansteckt."

Rzeczpospolita (Warschau):

"In Europa hört man immer mehr Schadenfreude darüber, dass gerade Amerika einen derartigen Super-GAU erlebt. Deutschlands Finanzminister Steinbrück wies darauf hin, dass die USA den Status der Finanzgroßmacht verloren hätten, die Wall Street nie mehr so sein werde wie früher und das internationale Finanzsystem jetzt multipolar werden würde. Sicher, die Amerikaner haben auf ihre Krise nicht rechtzeitig und angemessenen reagiert. Doch anstatt ihnen nun die Daumen zu drücken, behandeln einige europäische Politiker die USA wie einen Prügelknaben. Dabei sollten sie vielmehr ein Interesse daran haben, dass der schwankende amerikanische Koloss schnell wieder auf die Beine kommt. Es wird der Welt gut tun, wenn die Wirtschaft jenseits des Ozeans gesundet. Die Europäer sollten mit ihrem Antiamerikanismus aufhören."

Wremja Nowostej (Moskau):

"Die globale Finanzkrise beeinflusst die transatlantische Rhetorik. Was vor kurzem noch für unanständigen Antiamerikanismus gehalten worden wäre, wird immer mehr zur Normalität. Dies zeigt auch die Rede des deutschen Finanzministers Steinbrück. Bundeskanzlerin Merkel hatte am vergangenen Wochenende den Ton für die Europäer vorgegeben, als sie die US-Regierung scharf kritisierte. Steinbrück stieß ins selbe Horn. Seine Rede lässt sich in einer Formel zusammenfassen: Die Weltfinanzkrise ist vor allem ein amerikanisches Problem."

Vecernje Novosti (Belgrad):

"McCain versucht Kapital aus der Krise zu schlagen. Mit der Behauptung, jetzt sollen alle Kräfte für das Krisenmanagement verwendet werden, versucht er das geplante TV-Duell mit seinem demokratischen Wahlkampfgegner Obama zu umgehen. So etwas hat sich in den letzten 40 Jahren kein amerikanischer Präsidentschaftskandidat geleistet. Wie sehr das Image von McCain in dieser Krisensituation leidet, zeigen die neuesten Wählerumfragen. Obama hat ihn überholt, weil die überwiegende Mehrheit der Amerikaner die Republikaner für die Hauptschuldigen der Finanz- und Wirtschaftskrise hält."

La Repubblica (Rom):

"McCain flieht. Einen Kandidaten, der sich zwei Tage lang aus dem Spiel zurückzieht und nicht mehr mit dem Gegner debattieren möchte, hat es noch nie gegeben. Als wäre die Demokratie ein Basketballspiel, hat John McCain um einen 'Timeout' gebeten, um die eigene Mannschaft vor einer Niederlage zu bewahren. Der Republikaner hat versucht, ein Spielbrett in die Luft zu schleudern, so wie das sehr unreife Kinder oder sehr zornige Alte tun, wenn sie verlieren."

Gulf News (Dubai):

"Wenn Opportunismus und großes Getue für einen amerikanischen Präsidenten wichtige Eigenschaften sind, dann ist McCain für dieses Amt hoch qualifiziert. Kaum fallen seine Umfragewerte, stoppt er seinen Wahlkampf und fährt nach Washington, um bei der Lösung der Finanzkrise zu helfen. Das klingt ja alles nett und patriotisch. Vor kurzem hat er aber noch eingeräumt, keine Wirtschaftswissenschaften studiert zu haben, und zugleich betont, Amerikas Wirtschaft stünde auf festen Füßen. Da muss man sich doch fragen, ob McCain die jetzigen Probleme überhaupt verstanden hat und ob er überhaupt in der Lage ist, zu helfen."