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General Motors: Rick Wagoner von Renault und Nissan nicht begeistert

19. Februar 2009 GM und Chrysler knapp vor der Pleite

Wie lange hält der staatliche Geldregen noch an?

Aftenposten (Oslo):

"Die Autoindustrie ist ein gutes Beispiel für die Probleme der USA. Sie produziert Autos, die zu viel Treibstoff benötigen und zu einem Preis und zu einer Qualität, die niemand haben will. Ist es wirklich Aufgabe des Staates, gerade die Fabriken zu retten, die ein Teil des Problems sind? Obama will umweltfreundlichere Autos in den USA, aber es fragt sich, ob die Autokonzerne diese wirklich herstellen können. Für große Wählergruppen wird jedoch die Rettung oder Umstrukturierung der Autoindustrie darüber entscheiden, ob sie Obama künftig vertrauen. Und für Obama geht es um eine Wiederwahl in vier Jahren."

Jiefang Ribao (Schanghai):

"Seit Dezember hat die Regierung mehr als 17 Milliarden Dollar an die beiden Autogiganten GM und Chrysler gezahlt. Dank dieser Finanzhilfe konnten die Automobilhersteller zwar bis jetzt überleben, ihre Existenz haben sie aber noch lange nicht gesichert. Detroit braucht einen grundlegenden Wandel. Politisch kann die neue Regierung kaum einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen als Folge einer Pleite von Chrysler oder GM verkraften. Andererseits sind für eine Wiederbelebung der Autoindustrie schmerzliche Einschnitte notwendig."

Göteborgs-Posten (Göteborg):

"Wie sehr wir auch mit den Mitarbeitern, die nun vielleicht ihre Jobs verlieren, sympthasisieren, es ist nicht Aufgabe der Regierung, um jeden Preis eine Fortführung der Produktion zu garantieren. Ein solches Engagement setzt realistische Überlebenschancen und aktive Hilfe des Mutterkonzerns voraus. Beides hat GM nicht zu bieten. Eine verzögerte Schließung von Saab kostet hunderte Millionen, eine Abwicklung der Produktion ebenfalls. Also geht es jetzt darum, die Mittel gezielt für eine Zukunftssicherung der Belegschaft einzusetzen."

Kaleva (Oulu):

"Wenn Saab schließen muss, stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, nicht nur in Schweden, sondern auch bei Zulieferern in Finnland. Die Probleme von GM betreffen auch Deutschland, denn dort muss nun überlegt werden, was aus Opel wird und ob die Regierung eingreift. In Schweden wird es keine staatliche Hilfe geben. Das Land steht vor einem grundlegenden Wandel seiner Industriestruktur. Das Nein der Regierung in Stockholm ist wahrlich richtungweisend."

Thüringische Landeszeitung (Weimar):

"Opel muss die Folgen einer Krise der Mutter General Motors ausbaden. Da gewinnt natürlich die Idee einer kompletten Entflechtung, eines Neustarts mit staatlichem Anschub gewaltig an Charme. Aber den Politikern sind die Hände vermeintlich gebunden. Zumindest solange, wie man sich in Detroit in Schweigen hüllt, wie es keinen Fahrplan gibt, keine Konzepte, über die man verhandeln könnte. GM spielt offenbar auf Zeit. Und das auf dem Rücken der Mitarbeiter. Und die Politik sieht dabei im Augenblick nur zu - Rüttgers USA-Tripp hin oder her."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Essen):

"Der Staat ist gut beraten, sich strikte Regeln zu geben. Opel passt nicht ins Raster, ist kein Sonderfall. Das Unternehmen steckt in einer Konjunktur- und Strukturkrise. Letztere erfordert harte Schnitte. Die sind nicht zu meistern, wenn Länder sich beteiligen. Nie würde ein Ministerpräsident ein Werk schließen - selbst wenn es zum Überleben nötig ist. Die Rettung muss mit Privaten gelingen."

Rhein-Zeitung (Koblenz):

"Der richtige, weil marktwirtschaftliche Weg, wäre der Einstieg industrieller Partner. Doch die stecken eben auch in der Krise. Genau an diesem Punkt sollte sich die Politik einschalten: Die Regierungen müssen Wege finden, anderen Autobauern einen Einstieg in Rüsselsheim zu erleichtern - vorübergehend gewährte, selbstverständlich rückzahlbare Staatshilfen wären angesichts der besonderen Situation zu rechtfertigen."