Financial Express (Neu Delhi):
"Kritiker sagen, solche Nothilfe-Aktionen von Seiten des Staates seien geradezu ein Anreiz für skrupellose Manager, noch höhere finanzielle Risiken einzugehen. Sollten Finanzmogule also durch das Geld der Steuerzahler abgesichert werden? Diese Frage verfehlt den Kern des Problems. Das Hauptargument dafür, großen Finanzhäusern im Ernstfall staatliche Rückendeckung zu geben, sind die wahrscheinlichen Auswirkungen, die ein Zusammenbruch für das gesamte Finanzsystem hätte. In der Folge wären auch die Industrie und die Verbraucher die Leidtragenden. Solche Effekte haben auch politische Konsequenzen, weshalb Regierungen gut beraten sind, große Banken zu unterstützen."
Renmin Ribao (Peking):
"In erster Linie will Washington verhindern, dass das Vertrauen in die Regierung schwindet und das Image des Landes Schaden nimmt. Außerdem könnte der Aufkauf der beiden maroden Banken zum gegenwärtig extrem niedrigen Preis später zu einem enormen Spekulationsgewinn führen. Der Umstand, dass die US-Regierung nun in dieser Angelegenheit aktiv geworden ist, macht nur allzu deutlich, dass es nirgends auf der Welt einen vollkommen freien Markt gibt."
Wenweipo (Hingkong):
"Die Übernahme der Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac durch die US-Regierung mag einen positiven Effekt auf die weltweite Konjunktur haben. Aber die dafür bislang aufgewendeten 200 Milliarden US-Dollar sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts des Kreditvermögens der beiden Banken in Höhe von 5 Billionen Dollar. Deshalb ist die Gefahr einer weltweiten Finanzkrise bei weitem noch nicht ausgestanden."