La Republica (Rom):
"Sowohl die Fragen des moderierenden Reverends als auch die Antworten der beiden waren im Wesentlichen seicht. Es war eine Vorführung von zwei Politikern, die vor allem darauf bedacht waren, sich nicht zu schaden, bevor das Spiel im September oder Oktober richtig beginnt. McCain hat die Rolle des unerschütterlichen Abtreibungsgegners übernommen. Obama ist der Frage hingegen ausgewichen. So leicht werden die beiden bei künftigen Debatten nicht davonkommen. Das bleibt jedenfalls zu hoffen."
Washington Post (Washington):
"Die Befragung führte vor Augen, welche Probleme Obama im fortschreitenden Wahlkampf haben wird, die religiösen und konservativen Wähler zu gewinnen. Sein Bemühen um diese Klientel ist offenbar aufrichtig, aber seine Überzeugungen stimmen mit denen der Evangelikalen kaum überein. Für viele glaubensstrenge Bürger ist der theoretische Obama - der Obama von Hoffnung und Einheit - verlockend. Doch diese Anziehung hält einer genaueren Überpfüfung seiner politischen Ansichten nicht stand. Obama ist eine der seltenen politischen Figuren, die kleiner werden, wenn man sich ihnen nähert. 'Ich will, dass die Menschen mich kennen', sagte Obama in der Diskussion. Unter den Religiös-Konservativen wäre das nicht unbedingt von Vorteil."
Neue Züricher Zeitung (Zürich):
"Warum erscheint Obamas Vorsprung vor McCain als so gering? Die Umstände sprechen nach acht Jahren republikanischer Präsidentschaft eigentlich rundum für den Demokraten. Der Abend in der Saddleback Church erlaubte einen Einblick ins Stehvermögen von McCain. Dieser ist zwar alt - rund ein Vierteljahrhundert älter als Obama -, wirkt dennoch weder gelassen noch weise und oft wenig sattelfest, doch zeigte er, wie man ein Publikum in Bann schlägt mit Geschichten, nicht mit bedenkenswürdigen Wendungen, wie sie Obama in verblüffender Menge zu produzieren weiß."