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StartseiteDealsPressestimme: Andrea Ypsilanti flirtet erneut mit der Linkspartei
Andrea Ypsilanti stürzt Roland Koch vom Thron: Hessen unregierbar?

12. August 2008 Andrea Ypsilanti flirtet erneut mit der Linkspartei

Am Horizont dräut das Desaster

Frankfurter Allgemeine Zeitung (Frankfurt):

"Vor fünf Monaten riet der SPD-Vorsitzende Beck der hessischen Oppositionsführerin Ypsilanti öffentlich davon ab, mit ihrem angeschlagenen Kopf noch einmal gegen die Wand zu rennen. Frau Ypsilanti hat das nicht davon abgehalten, noch einmal Anlauf zu nehmen. Vor der Sommerpause sickerte in Berlin durch, der Parteichef werde sich die widerborstige Hessin im August persönlich vornehmen, um sie von ihrem Kurs abzubringen. Das ist jetzt geschehen. Als Ergebnis teilte Beck beiläufig mit, die hessischen Freundinnen und Freunde entschieden selbst, wie sie mit der Linkspartei umgehen. Die Wand, die Frau Ypsilanti jederzeit mühelos einrennt, heißt Kurt Beck."

Saarbrücker Zeitung (Saarbrücken):

"Über SPD-Chef Kurt Beck kann man nur noch den Kopf schütteln: Im Zustand fortschreitender Resignation gibt er Andrea Ypsilanti abermals freie Hand für den Flirt mit der Linkspartei. Dabei weiß jeder, dass das Verfallsdatum eines Wahlversprechens nicht vier Monate, sondern vier Jahre beträgt. Indem Beck nicht auf dessen Einhaltung beharrt, sondern die Dinge treiben lässt, nährt er weiter Zweifel an seiner Autorität."

Süddeutsche Zeitung (München):

"Auch wenn am Horizont das Desaster dräut: Kurt Beck tut dieser Tage das einzig Richtige. Der SPD-Chef führt Gespräche mit Andrea Ypsilanti. Beck kann der Genossin keine Vorgaben machen. Ein großer Spielraum ist das nicht gerade. Das hat sich Beck selbst eingebrockt, als er Ypsilanti Anfang des Jahres freie Hand für eine Duldung durch die Linke gab. Ypsilanti will einen Politikwechsel herbeiführen, für den sie bei den Wahlen kein Mandat bekommen hat. Als Druckmittel gegen die eigenen Leute bedient sie sich einer drohenden Niederlage der SPD bei möglichen Neuwahlen - die doch in Wahrheit allein wegen Ypsilantis Wortbruch verlorengehen würden. Eine Regierung mit der Linken soll das verhindern - der Grund allen Übels soll nun plötzlich die Rettung sein."

Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg):

"Andrea Ypsilanti wagt den zweiten Griff nach der Macht - und wird scheitern. Sollte sie nicht zugleich Kurt Beck mit in die Tiefe reißen, so verhagelt sie zumindest der Bundes-SPD jede Chance, über 2009 hinaus in Berlin mitzuregieren. Rot-Rot-Grün im Bund? Ein Witz!"