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StartseiteDealsPressestimme: Afghanistan: Ist der Krieg noch zu gewinnen?
NATO eröffnet in Süd-Afghanistan Großoffensive gegen die Taliban

17. Februar 2009 Afghanistan: Ist der Krieg noch zu gewinnen?

Die USA stocken auf, Europa wartet ab

Göteborgs-Posten (Göteborg):

"Nichts deutet darauf hin, dass die USA den Krieg in Afghanistan mit mehr Soldaten gewinnen können. Trotzdem will der frisch gewählte US-Präsident Obama die Zahl der amerikanischen Soldaten auf 70.000 verdoppeln. Da fehlen nur noch weitere 30.000, dann wären es so viele, wie einst die Sowjetunion einsetzte - um 1989 trotzdem eine vernichtende Niederlage zu erleiden. Weder die US-amerikanische noch die britische Militärführung glauben, dass sich der Krieg in Afghanistan mit militärischen Mitteln gewinnen lässt. Die Entwicklung des Kriegs gibt ihnen recht. Wenn man keinen militärischen Sieg erringen kann, bleibt nicht viel anderes übrig, als zu verhandeln - ganz gleich, was man von seinem Feind hält."

Berlingske Tidende (Kopenhagen):

"Die Situation am Hindukusch ist außer Kontrolle. Der militärische Einsatz ist ergebnislos. Der zivile Wiederaufbau des Landes bewegt sich an der Grenze des Fiaskos. Alle Versuche, mehr Mädchen in die Schule zu bringen, sind fehlgeschlagen. Die Opiumfelder blühen wie nie zuvor. Und auch die Macht der Taliban ist ungebrochen. Zudem gibt es kein Anzeichen dafür, dass sich an dieser Situation in naher Zukunft etwas ändern wird. Alles in allem also eine tiefschwarze Bilanz."

Wremja Nowostej (Moskau):

"Holbrooke traf den afghanischen Präsidenten Karsai lediglich am Rande seines Aufenthaltes in Kabul. Das ist durchaus verständlich, wenn man daran denkt, dass der Sondergesandte des Weißen Hauses die afghanische Führung vor kurzem als 'schwach' und 'korrupt' charakterisiert hatte. Doch die politische Korrektheit und die Bemühung, einen neuen, achtungsvolleren Stil in den Beziehungen zu Kabul zu demonstrieren, bewegten Herrn Holbrooke dazu, seinen Ärger in Zuneigung zu verwandeln. So wurde Karsais Geduld am Ende doch noch durch eine Begegnung mit Holbrooke belohnt."