Frankfurter Allgemeine Zeitung (Frankfurt):
"Wahrhaft einen Lichtblick. In Zeiten, da andere Autohersteller in höchster Not nach dem Staat rufen, ist zwar auch Daimler in finanzielle Bedrängnis geraten und kann daher liquide Mittel und eine Stärkung der Eigenkapitalbasis gut gebrauchen. Der Investmentgesellschaft Aabar aus Abu Dhabi kann die aktuell schwierige Lage von Daimler sogar recht sein, weil der Einstieg dadurch zum Schnäppchenpreis möglich ist. Irritieren lassen sich die Investoren von den derzeit miserablen Verkaufszahlen aber nicht. Sie denken sehr viel langfristiger. Sie wissen genau, dass die Erdölvorräte endlich sind und damit auch ihre klassische Einkommensquelle bald versiegt. Auch wenn in 20, 30 Jahren kein einziges Auto mehr mit Benzin oder Diesel fährt, soll Daimler mit schönen Fahrzeugen gutes Geld verdienen."
Mannheimer Morgen (Mannheim):
"Daimler hat, was sich Opel sehnlichst wünscht: einen neuen, finanzstarken Geldgeber. Den Einstieg des Scheichtums Abu Dhabi kann der Stuttgarter Autokonzern gleichermaßen als Kompliment für seine Produkte wie als Schutz vor unliebsamen Finanzinvestoren werten. Die Tatsache, dass die Petrodollars aus dem Nahen Osten die Innovationen der Zukunft finanzieren, ist gleichzeitig aber auch ein Armutszeugnis für Daimler. Bevor die Milliarden in neuen Branchen oder vermeintlich zukunftsträchtigen Märkten verbrannt wurden, waren die Schwaben durchaus in der Lage, aus eigener Finanzkraft technologisch an der Spitze der weltweiten Autoindustrie zu fahren."
Pforzheimer Zeitung (Pforzheim):
"Neue Antriebstechniken kosten viel Geld. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen für den umweltgerechten Umbau der Fahrzeugflotte dürften die zwei Milliarden Kapitalbeteiligung aus dem Öl-Emirat kaum ausreichen. Kooperationen bei der Entwicklung des Elektroantriebs sind erforderlich, und da könnte BMW mit der Familie Quandt im Rücken die erste Adresse für Daimler sein."
Frankfurter Rundschau (Frankfurt):
"Abu Dhabi hilft Daimler auf die Sprünge. Allerdings nicht ohne Eigennutz. Im speziellen Fall von Daimler soll es um die Entwicklung von Elektroautos und Verbundwerkstoffen gehen, die Fahrzeuge leichter machen. Hoffentlich ist das ernst gemeint, nicht nur symbolisch und als PR-Nummer gedacht, wie so vieles, was Daimler in Richtung neue Mobilität getan hat. Bestes Beispiel ist der Smart. Das Auto hat das Zeug zum Hoffnungsträger. Denn 'Downsizing' heißt der Megatrend in der Branche. Wer auch noch in zehn oder 15 Jahren mithalten will, muss sparsamere und billigere Autos mit neuen Antriebskonzepten bauen. Doch da wurde bei Daimler viel hin und her laviert. Erst ein Viertürer-Smart auf den Markt gebracht, um seine Produktion alsbald wieder einzustellen. Die Daimler-Manager haben jetzt die Chance, dieses Konzept zu revitalisieren. Und es schon gleich auf Elektromobilität auszurichten. Denn die wird in spätestens zehn Jahren einen maßgeblichen Marktanteil haben."