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Iran landet Überraschungscoup und schießt Satelliten ins All

03.02.2009WARNSIGNAL IN RICHTUNG WESTEN

Iran landet Überraschungscoup und schießt Satelliten ins All

Nach seinen Lobreden für den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, der sich auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos mit dem israelischen Präsidenten überworfen hatte, ist der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am heutigen Dienstag erneut an die Öffentlichkeit getreten. Mit dem Satellitenabschuss durch eine angeblich erste eigene Rakete fordert der 52-Jährige pünktlich zum 30. Jahrestag der iranischen Revolution den Westen erneut heraus.

Als "offizielle Anwesenheit der Islamischen Republik im All" bezeichnete der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad den erfolgreichen Abschuss eines iranischen Satelliten in das Weltall. Nach eigenen Angaben soll der Satellit vollständig aus heimischer Produktion stammen und mit einer erstmals eigenen hergestellten Safir-2-Rakete in die Erdumlaufbahn gebracht worden sein. Im staatlichen Fernsehen waren die Startbilder in der Dunkelheit zu sehen. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben existiert derzeit nicht. Angeblich soll es bisher erst 8 Staaten geglückt sein, eigenständig Satelliten in den Weltraum zu schießen.

Das staatliche iranische Fernsehen sprach von einer „weiteren Errungenschaft der iranischen Wissenschaftler unter Sanktionen". Der Flugkörper trägt den Namen „Omid", was so viel wie „Hoffnung" bedeutet. Der Satellitenstart an einem nicht bekannten Ort fällt mitten in die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Islamischen Revolution im Iran. Nach Informationen der iranischen Medien soll der Präsident selbst die Anordnung dazu gegeben haben. Vermutet wird jedoch, dass auch der oberste Führer der Islamischen Revolution, Ayatollah Khamenei, diese technische Entwicklung weitgehend vorangetrieben hat. Ahmadinedschad nannte den geglückten Abflug einen „Schritt zu Gerechtigkeit und Frieden."

Der UN-Sicherheitsrat hatte auf die umstrittenen Technologieentwicklungen im persischen Land bereits mehrfach mit Sanktionen reagiert. Der Staat in Vorderasien wird verdächtigt, mit seinem Atomprogramm neben zivilen auch militärische Ziele zu verfolgen. Unter diesem Gesichtspunkt sehen westliche Regierungen und internationale Beobachter dem ehrgeizigen iranischen Weltraumprogramm mit Sorgen entgegen. Die entwickelten Raketen vom Typ Safir-2 zum Abschuss des Satelliten in das All sind auch geeignet, als Trägersysteme für Waffen zu dienen. Die Safir-2-Rakete wurde erstmals im August getestet und hat eine Reichweite von 250 Kilometern.

Demgegenüber erklärte die Regierung in Teheran, ihre Satelliten-Technologie diene ausschließlich „friedlichen Zwecken und den Bedürfnissen des Landes", wie Außenminister Manuchehr Mottaki am Rande eines Treffens der Mitglieder der Afrikanischen Union betonte. Die neueste Technologie ermögliche, wichtige Daten für Technik,- Agrar- und Wirtschaftsprojekte zu sammeln. Auch das iranische Staatsfernsehen stellte klar, der Satellit diene vorrangig der Forschung und Telekommunikation. Bereits zuvor hatte die iranische Regierung auf Satelliten der USA zu Beobachtungen in Afghanistan und im Irak verwiesen und erklärt, sie müsse zur eigenen Sicherheit über ähnliche Möglichkeiten verfügen.

Im Jahr 2005 hatte Teheran in russisch-iranischer Zusammenarbeit seinen ersten kommerziellen Satelliten mithilfe einer in Moskau hergestellten Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Im selben Jahr stellte die Regierung nach eigenen Angaben 500 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 390 Millionen Euro, für Raumfahrtprojekte bis 2010 in Aussicht. Es wird vermutet, dass die Arbeiten am 27 Kilogramm schweren Satelliten „Omid" im Jahr 2006 begonnen haben. Dabei handelt es sich um den bereits dritten Satelliten, der vom Iran hergestellt wurde. Jedoch wäre es der erste Flugkörper, der auch mit einer im eigenen Land produzierten Rakete in den Weltraum geschossen worden ist.

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Nach Einschätzung von westlichen Experten lässt sich die Glaubwürdigkeit iranischer Angaben über die eigenen technologischen Fortschritte aufgrund mangelnder Detailinformationen nur schwer beurteilen. Nach entsprechenden Informationen soll ein Großteil der iranischen Technologie auf verbesserten Geräten aus China und Nordkorea beruhen. Die iranische Führung strebt seit mehreren Jahren bereits an, eigenständig Weltraumtechniken zu entwickeln und zur Weltraummacht aufzusteigen. Bis 2010 sollen drei weitere Satelliten ins All geschossen werden. Im Jahr 2021 will Teheran einen eigenen Astronauten ins All schicken.

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