Zwei Jahre nach dem Libanonkrieg hat der israelische Präsident Schimon Peres mit der Begnadigung libanesischer Häftlinge den Weg für den Austausch gegen zwei israelische Soldaten mit der libanesichen Hisbollah geebnet. Der Austausch soll am heutigen Mittwochmorgen stattfinden. Israel geht allerdings davon aus, dass die beiden im Juli 2006 entführten Soldaten, Eldad Regev und Ehud Goldwasser, bereits tot sind.
Der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindende Transfer soll am heutigen Mittwochmorgen um acht Uhr MESZ beginnen. Da Israel die Identität der vermutlich toten Soldaten per DNA-Analyse prüfen will, bevor es die libanesischen Häftlinge übergibt, ist es möglich, dass der Austausch den ganzen Tag dauern wird. Die Familien der Soldaten haben sich bereits in der Nähe des Übergabeortes eingefunden.
Israel will im Austausch gegen die Soldaten fünf libanesische Gefangene freilassen. Unter ihnen befindet sich Samir Kantar, der wegen eines Anschlags im Jahr 1979 seit 28 Jahren im Gefängnis sitzt. Damals starben fünf Israelis. Das Gericht hatte ihn seinerzeit zu fünfmal lebenslänglich plus 47 Jahren Haft verurteilt. Zudem wollen Israel und die Hisbollah rund 200 Leichen von im Libanonkrieg getöteten israelischen und libanesischen Soldaten austauschen.
Nach der Begnadigung der libanesischen Gefangenen am gestrigen Dienstagabend betonte der israelische Präsident, dass die Begnadigung keine Vergebung darstelle. „Es ist eine schwere Entscheidung, aber wir haben die Pflicht, unsere Soldaten nach Hause zu holen", so Peres.
Die zwei israelischen Soldaten waren im Juli 2006 von der radikal-islamischen Hisbollah bei einem Überfall entführt worden. Der Vorfall hatte vor zwei Jahren den einmonatigen Krieg mit dem Libanon ausgelöst, während dem 1.200 Libanesen und 160 israelische Soldaten starben.
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Als Zeichen des guten Willens kündigte Israel an, auch einige palästinensische Gefangene freilassen zu wollen. Die Hisbollah will im Gegenzug einen Bericht zur Aufklärung des Schicksals des 1986 in einem Kampfflugzeug abgeschossenen Offiziers Ron Arad übergeben.