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NATO in Afghanistan: Der Westen gefangen im Kessel der Taliban

09.03.2009WEITERER KURSWECHSEL IN WASHINGTON

Afghanistan: Barack Obama will mit gemäßigten Taliban verhandeln

Barack Obama hat in einem Pressegespräch einen Kurswechsel in der amerikanischen Afghanistanpolitik in Aussicht gestellt, und offen für Verhandlungen mit gemäßigten Taliban-Rebellen gezeigt. Der US-Präsident erinnerte dabei an die Strategie im Irak, als die US-Militärführung im Zweistromland mit sunnitischen Aufständischen erfolgreich in Dialog trat. Afghanistans Präsident Hamid Karsai begrüßte den angekündigten Schritt ausdrücklich.

In einem Interview mit der 'New York Times' erklärte Obama, dass sich die militärische Lage der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan verschlechtert habe. Man sei momentan nicht in der Lage, den Krieg zu gewinnen. Die USA hätten die Situation insbesondere im Grenzgebiet zu Pakistan ebensowenig unter Kontrolle wie die afghanische oder die pakistanische Regierung. Islamabad ist zwar offiziell wegen der jüngst stattfindenden Angriffe der USA mit unbemannten Drohnen auf Rebellen im eigenen Staatsgebiet verstimmt, bleibt aber ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terrorismus.

Obama wies in seinen Ausführungen zu einer neuen Strategie in Afghanistan auf die Taktik des ehemaligen Oberkommandierenden der US-Truppen im Irak, General David Petraeus, hin. Ein "Teil des Erfolgs im Irak" sei "das Zugehen auf Menschen, die wir als islamische Fundamentalisten bezeichnen würden" gewesen.Die Situation in Afghanistan sei indessen wesentlich schwieriger, erklärte der US-Präsident weiter. Die Taliban seien in letzter Zeit dreister geworden, außerdem fehle der afghanischen Regierung das Vertrauen der Bevölkerung. Einige Stämme hätten traditionell einen Hang zur Unabhängigkeit.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai bezeichnete den Vorschlag Obamas als wichtige Grundlage, um Frieden in der Region zu schaffen. Gegenüber der 'Süddeutschen Zeitung' äußerte ein Sprecher des afghanischen Staatsoberhauptes, dass es keine rein militärische Lösung für Afghanistan gäbe. Die bisherigen Aufforderungen des Präsidenten an die Taliban, die Waffen niederzulegen, sind bislang stets wirkungslos verhallt. Die Taliban fordern zunächst einen Zeitplan für den Abzug der Nato-Truppen, ehe sie bereit sind, am politischen Prozess friedlich teilzunehmen.

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Neben gemäßigten Rebellengruppen will Obama auch den Iran in den Friedensprozess am Hindukusch miteinbeziehen. Auf eine Einladung zu einer internationalen Afghanistan-Konferenz kamen derweil aus Teheran positive Signale. Die iranische Regierung zeigte sich prinzipiell bereit, an einer solchen Konferenz teilzunehmen. Obamas Vorgänger George W. Bush hatte Gespräche sowohl mit den Taliban, als auch mit dem Iran immer vehement abgelehnt. (stk)

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