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Silvio Berlusconi lanciert neuen Coup: 'Volkspartei der Freiheit'

24.06.2009MEDIENZAR VERSUCHT BEFREIUNGSSCHLAG

Silvio Berlusconi verteidigt sich gegen Callgirl-Vorwürfe

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich in der derzeit grassierenden Callgirl-Affäre erstmals öffentlich zur Wehr gesetzt.

Ein Familienmensch, wie er im Buche steht: Italiens Premier Silvio Berlusconi (72) beteuert, noch nie in seinem Leben Frauen für Sex bezahlt zu haben.

Im Gespräch mit dem wöchentlichen People-Magazin 'Chi', das neben vielen anderen Publikationen zu seinem Verlagsimperium gehört, beteuert der Regierungschef des Stiefelstaates seine Unschuld hinsichtlich der gegen ihn in jüngster Zeit erhobenen Vorwürfe, er habe sich mit Frauen vergnügt, die dafür Geld bekommen hätten.

Auf die Frage von Chefredakteur Alfonso Signorini, ob er jemals gezahlt habe, damit eine Frau bei ihm bleibe, antwortet Berlusconi im Wortlaut: "Natürlich nein." Dafür sei seine Lust an der Jagd einfach immer zu groß gewesen: "Ich habe nie verstanden, was daran befriedigend sein soll, wenn die Freude an der Eroberung fehlt."

An Patrizia d'Addario, die angeblich in seinem Römer Prachtpalast Palazzo Grazioli zu Gast gewesen sein soll, und gegenüber der Staatsanwaltschaft Bari ausgesagt hat, dafür Geld bekommen zu haben, kann sich der Anführer der Regierungspartei 'Volk der Freiheit' nicht erinnern: "Ich habe überhaupt keine Erinnerung an sie. Mir war ihr Name nicht präsent, und ich Gesicht war mir auch kein Begriff."

Nicht im geringsten habe er die Vorahnung gehabt, dass es sich bei ihr um eine Edelprostituierte handeln könne, die ihm eine Falle stellen wollte: "Wenn ich bei einer Person so etwas vermuten würde, bliebe ich tausend Meilen von ihr entfernt."

Ob er sich mit seiner Gattin Veronica Lario wieder vertragen könne, die ihm im April vorgeworfen hatte, sich mit Minderjährigen zu vergnügen, und deshalb die Scheidung verlangt hatte, weiß der Medienzar nicht: "Es handelt sich um eine sehr schmerzhafte Wunde. Ich weiß nicht, ob die Zeit sie heilen wird." Dennoch denke er gerne an die gemeinsame Zeit zurück: "Eins ist sicher, es hat sich um eine große Liebesgeschichte gehandelt. Und wahre Liebesgeschichten vergisst man ein Leben lang nicht."

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Vergangene Woche hatte das Callgirl Patrizia d'Addario gegenüber der Mailänder Tageszeitung 'Corriere della Sera' erklärt: "Ich ging in die Residenz von Silvio Berlusconi, aber als es spät wurde, ging ich in ein Hotel, deshalb bekam ich nur die Hälfte der abgemachten Summe, statt zweitausend Euro nur eintausend." Beim zweiten Mal habe der Deal dann aber geklappt: "Einmal blieb ich auch über Nacht, das war die Nacht der Wahl von Barack Obama. Ich habe Mitschnitte, die das beweisen." (mso)

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