Russlands Präsident Dimitri Medwedew hat sein Versprechen eingehalten. Nach übereinstimmenden georgischen und russischen Angaben sind sämtliche russische Truppen aus dem georgischen Kernland abgezogen. Auch die Pufferzonen um Abchasien und Südossetien sollten binnen kurzem vollständig geräumt sein. Der Leiter der EU-Beobachterkommission bestätigte die Meldung und sprach von einer „guten Nachricht“.
Sämtliche russische Checkpoints an den Grenzen von Abchasien und Südossetien seien abgebaut worden, erklärte der deutsche Hansjörg Haber, der die Beobachterkommission leitet. Die EU-Beobachter stünden bereit, nach dem russischen Rückzug zur Stabilität der Situation beizutragen, bekräftigte eine Sprecherin Habers.
Schota Utjaschwili, Sprecherin des georgischen Innenministeriums, bestätigte derweil in Tiflis den russischen Truppenabzug. Georgische Spezialeinheiten würden nun die Ortschaften in der 'Pufferzone' kontrollieren. „Die Menschen, die im Krieg flüchten mussten, können in ihre Wohnungen zurückkehren, und die georgische Polizei wird für ihre Sicherheit sorgen", erklärte Innenminister Wano Merabischwili.
Russlands Präsident Medwedew, der sich momentan wegen eines Treffens mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im französischen Evian befindet, forderte die EU-Beobachterkommission auf, Übergriffe von georgischen Soldaten auf die abtrünnigen Provinzen zu verhindern. Die Europäische Union nehme eine „konstruktive Rolle" bei der Beilegung der Georgien-Krise wahr, so Medwedew vor seinem Treffen mit Sarkozy. Der französische Staatschef zeigte sich sehr zufrieden mit der Entwicklung in Georgien. Medwedew habe „Wort gehalten". Nun müssten beide Seiten vor Ort „jede Provokation vermeiden".
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Trotz georgischer Proteste hatte das russische Militär die beiden Pufferzonen um Abchasien und Südossetien zwei Monate lang kontrolliert. Unter internationaler Vermittlung hatten beide Seiten eine Abzugsfrist ausgehandelt, die am morgigen Freitag ausläuft. In den abtrünnigen Provinzen selbst bleibt eine russische Militärpräsenz jedoch bestehen. Dort will Russland auf Dauer insgesamt 7.600 Soldaten stationieren. (mre)