Der seit Monaten schwelende Konflikt in der von Georgien abtrünnigen Provinz Südossetien ist am Wochenende eskaliert. Bei Feuergefechten in der Gebirgsregion nahe Russland sind am Wochenende mindestens sechs Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Nun beschuldigen sich die Kontrahenten gegenseitig, die Eskalation verursacht zu haben. Auch aus Russland sind scharfe Töne gegenüber Georgien zu hören.
„Moskau ist sehr besorgt über die Eskalation der Spannungen in der Region, die auf eine unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt auf georgischer Seite zurückzuführen ist“, berichtete der russische Außenminister Grigori Karasin seinem georgischen Kollegen Grigol Waschadse am Sonntagabend per Telefon. Russland wirft Georgien schon seit längerem vor, auf eine Eskalation hinzuarbeiten, um sich die abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien wieder einzuverleiben. Beide Staaten hatten sich in den 1990er Jahren in blutigen Auseinandersetzungen von Georgien abgespalten.
Georgiens Staatschef Michail Saakaschwili wies die Vorwürfe aus Moskau zurück. "Eine Konfrontation liegt nicht im Interesse Georgien, und ich hoffe und bin sicher, dass eine Fortsetzung der Konfrontation auch nicht im Interesse Russlands liegt", erklärte er. „Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen.“ Im Falle der aktuellen Auseinandersetzung, die am Wochenende nahe der südossetischen Hauptstadt Zhinvali stattgefunden hat, werfen sich beide Parteien gegenseitig vor, den Angriff begonnen zu haben.
Nach der Eskalation vom vergangenen Wochenende haben Tausende Menschen die Krisenregion verlassen und sind ins benachbarte Russland geflohen. Südossetien sorgt bereits seit Längerem für Spannungen zwischen Georgien und Russland. Aus Tiflis gab es wiederholt Vorwürfe, dass Russland nur auf den geeigneten Zeitpunkt zur Annektierung der Region warte. Auch am Wochenende sollen russische Truppen auf der Seite Südossetiens an den Gefechten beteiligt gewesen sein. Dies wies ein Sprecher des russischen Außenministeriums als „schmutzige Provokation“ zurück.
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