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24.10.2007Rechtsradikale Randale in Ungarn zum Jahrestag von 1956

Am Jahrestag des Ungarn-Aufstandes von 1956 kam es parallel zu den offiziellen Feierlichkeiten zu gewalttätigen Demonstrationen mit rechtsradikalem Hintergrund. Dabei wurden bislang 19 Personen verletzt. Anlässlich des Jahrestages des...

Am Jahrestag des Ungarn-Aufstandes von 1956 kam es parallel zu den offiziellen Feierlichkeiten zu gewalttätigen Demonstrationen mit rechtsradikalem Hintergrund. Dabei wurden bislang 19 Personen verletzt.

Anlässlich des Jahrestages des Ungarn-Aufstandes am 23. Oktober 1956 kam es in Budapest auch dieses Jahr wieder zu massiven Ausschreitungen. Rund 2.000 Regierungsgegner und Rechtsradikale hatten sich in einer nicht genehmigten antisemitischen und regierungsfeindlichen Demonstration zusammengeschlossen. Initiiert wurde der Aufstand durch die rechtsextremistische Jugendbewegung „64 Komitate“.

Mit Parolen wie „Gyurcsány verrecke“ hetzten sie gegen den ungarischen Regierungschef.  Ferenc Gyurcsány hatte vor gut einem Jahr zugegeben, der Bevölkerung während seines Wahlkampfes den wahren Zustand der Staatsfinanzen bewusst verschwiegen zu haben. Schon damals war es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, bei denen mehr als hundert Menschen verletzt wurden.

Antisemitische Reden heizten die Demonstrierenden zusätzlich an. So betonte der rechtsextreme Geistliche Lorand Hegedüs in seiner Ansprache, dass „Israel Ungarn bereits gekauft“ habe. Ein weiterer Redner las aus einer antisemitischen Schrift aus der Zwischenkriegszeit vor.

Die Demonstranten, unter denen sich auch viele alkoholisierte Jugendliche befanden, warfen Molotow-Cocktails, steckten Autos in Brand und errichteten Straßensperren. Die Polizei versuchte die aufgebrachte Menge mit Tränengas und Wasserwerfern unter Kontrolle zu halten. Zudem wurde die Innenstadt großräumig abgeriegelt und der Straßenbahn- und U-Bahn-Verkehr teilweise eingestellt.

Das hohe Polizeiaufgebot und der Einsatz von Hubschraubern konnte die Demonstration schließlich zerschlagen. Doch die Polizisten zahlten einen hohen Preis, von 19 Verletzten gehörten schließlich 14 den Sicherheitskräften an.

Die Ausschreitungen schränkten die Festlichkeiten zum Jahrestag der Ungarischen Revolution erheblich ein. So musste unter anderem der Platz, auf dem Staatschef Laszlo Solyom und Regierungschef Ferenc Gyurcsány zusammen mit anderen Würdenträgern der Opfer des Aufstandes gedachten, von der Polizei hermetisch abgeriegelt werden. Zudem störten die lauten Rufe der Demonstranten hinter den Absperrungen den feierlichen Ablauf der Gedenkfeier.

Mit dem Ungarischen Volksaufstand versuchten die Ungarn sich von der sowjetischen Unterdrückung zu befreien. Er begann am 23. Oktober 1956 mit einer Großdemonstration in Budapest. Am 4. November 1956 schlugen sowjetische Panzer schließlich die Bewegung nieder. Insgesamt kamen dabei 2.800 Ungarn ums Leben, 12.000 erlitten Verletzungen. (ld)

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