Breaking News
Bildgalerie
Menowin Fröhlich - Fotos vom Auftritt in St. Gallen
Highlights der Woche (KW 33)
Diese Seite DruckenDiese Seite weiterempfehlen
StartseitePolitikBrüsselEU-Studie schlägt Alarm

31.10.2007EU-Studie schlägt Alarm

Verursacht Handystrahlung Hirntumoren?

Die "Bioinitiative Group" der Europäische Umweltagentur (EEA) hat erneut vor den gesundheitsschädlichen Strahlen von Mobiltelefonen gewarnt. Als erste EU-Behörde warnt die EEA vor der erhöhten Gefahr von Hirntumoren bei starken Handynutzern.

Das lange diskutierte Thema ist nun mit wissenschaftlichen Fakten unterfüttert. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) äußerte hingegen seine Zweifel an der Seriösität der Studie.

Im ARD-Magazin "Report Mainz" vom Montagabend bezog sich EEA-Direktorin Jaqueline McGlade auf die Ergebnisse des Zusammenschlusses internationaler Strahlenforscher. Es gebe mittlerweile klare Beweise dafür, dass Konsumenten, die ihr Handy über zehn Jahre lang etwa 460 Stunden pro Jahr nutzten, ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko aufweisen. In den mehr als 2.000 Studien zur Wirkung von Strahlen und elektromagnetischen Feldern wurde eine 20 bis 200 Prozent erhöhte Tumorgefahr nach mehr als zehn Jahre langer Handynutzung belegt.

Aber nicht nur Tumorerkrankungen werden durch erhöhten Strahlungskonsum ausgelöst. Auch unterhalb der geltenden Grenzwerte gebe es Effekte in menschlichen Zellen, so McGlade.  Auch niedrige Strahlen "stören Zellprozesse, den Signalaustausch zwischen Zellen. Wenn das über einen langen Zeitraum passiert, können diese Störungen natürlich zu Langzeiteffekten wie Krebs führen", so McGlade weiter im "Report Mainz". Das seien die Effekte, "die uns am meisten beunruhigen" sollten. EEA rät dazu, die Grenzwerte im Hinblick auf die biologischen Auswirkungen neu zu definieren und zu senken.

"Handys mögen schwach strahlen, aber es gibt genügend Beweise für Wirkungen auch bei schwacher Strahlung, dass wir jetzt handeln müssen", so McGlade. Sie plädiert in Anbetracht des eindeutig alarmierenden Berichtes für eine gesetzliche Senkung aller Strahlenwerte von Handys.

Das Bundesamt für Strahlenschutz äußerte allerdings zu den Ergebnissen vor allem an der wissenschaftlichen Aussagekraft der Studie Zweifel. Sprecher des BfS, Florian Emrich, sagte gegenüber der "Berliner Zeitung" es würden Vermischungen vorgenommen, die fachlich nicht zulässig seien. An Konsequenzen wie eine Senkung der zulässigen Strahlenhöchstwerte sei nicht zu denken. "Derzeit gibt es keinen Anlass, die Grenzwerte zu ändern. Wir empfehlen weiter einen vorsichtigen Umgang mit Mobilfunk", so Emrich. Nach derzeitigem Kenntnisstand gebe es aber innerhalb der Grenzwerte keine Gefährdung. (nr)

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (0)