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24.01.2008NARRENFEST AM HOLOCAUST-GEDENKTAG

Zentralrat der Juden empört über Faschingszug in München

Fasching ist die Zeit der Fröhlichkeit, Ausgelassenheit und guten Laune. Doch in diesem Jahr mischt sich Empörung und scharfe Kritik mit in die fünfte Jahreszeit. Der Grund: Der Münchner Faschingsumzug soll am kommenden Sonntag, dem Holocaust-Gedenktag stattfinden.

Feucht und fröhlich wird Fasching gefeiert, bevor der Aschermittwoch die Fastenzeit einläutet. Doch in diesem Jahr findet Deutschlands Karneval weniger positiven Anklang als bisher. Der Zentralrat der Juden zeigte sich nämlich empört, dass der Münchner Faschingsumzug gerade am kommenden Sonntag stattfindet. Rund tausend Teilnehmer und 20.000 Zuschauer wollen an dem bunten Narrentreiben teilhaben. Auch Gruppen aus Bolivien, der Schweiz und Slowenien werden erwartet.

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Völlig unverständlich für Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats. Seiner Meinung nach sei  das „geschmacklos und führt den Holocaust-Gedenktag ad absurdum", sagte er am heutigen Donnerstag in Berlin. Die politisch Verantwortlichen sowie Behörden hätten gedankenlos das Spektakel bewilligt. Zuvor bezeichnete die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, den Umzug als Entehrung der Opfer.

Der Gedenktag am 27. Januar erinnert an die mehr als sechs Millionen Juden und die vielen anderen Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag befreite die Rote Armee im Jahr 1945 die Überlebenden des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.1996 proklamierte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Gedenktag in Deutschland „für die Opfer des Nationalsozialismus". 2005 erklärten auch die Vereinten Nationen diesen Tag zum offiziellen Gedenktag. (sw)

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (3)
Josef Spann (29.07.2008 22:26)

Nachwort

Wir leben in Mitteleuropa kulturell u. geschichtl. geprägt nach dem christl. Jahreskalender u. deshalb war die Ansetzung eines Faschingsumzuges am 27.1. sicher keine böse Absicht. Man fühlt sich als Mensch, der an das Wort unsres Herrn Jesus Christus glaubt, leider manchmal etwas bedrängt von Aussagen u. Forderungen des ZdJ u. ist irritiert. Daß man eigene Glaubensvorstellungen nicht ohne weiteres anderen Aufdrängen kann wurde mir inzwischen aber klar, weswegen ich die Polemik meines Kommentars vom 25.7. nicht mehr so gut finde (Schreibfehler kann man ja nachträglich leider nicht korrigieren).