Das Debakel der CSU bei der Landtagswahl in Bayern hat sich offenbar auch auf die gesamte Union ausgewirkt. In einer Umfrage, die das Forsa-Institut allwöchentlich für das Magazin ’Stern’ und den Fernsehsender RTL durchführt, stürzte die Union um vier Prozentpunkte auf 33 Zähler ab. Hingegen konnten SPD, FDP, Grüne und auch andere kleinere Parteien mehr oder weniger deutlich zulegen. Die Freien Wähler sind seit der Bayern-Wahl nun scheinbar auch auf Bundesebene ein Begriff.
Das Stimmungstief der bayrischen CSU hat sich nun also doch auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt. Auf nur noch 33 Prozent kommt die Union aus CDU und CSU in der aktuellen Forsa-Umfrage. Seit Anfang 2007 kamen die beiden Parteien nicht mehr so schlecht weg.
Während CDU und CSU also vier Prozent verlieren, konnte die SPD immerhin um einen Zähler auf 27 Punkte zulegen. Damit beträgt der Abstand zur Union nur noch sechs Prozent. Im August waren es noch erschütternde 17 Punkte gewesen, im September immerhin noch elf Prozent. Im Gegensatz zur Bayern-Wahl konnte die SPD also hier von der Schwäche der CSU profitieren, wenn auch nicht im großen Stil.
Noch positiver gestaltet sich das Umfrageergebnis für die FDP, die zwei Prozentpunkte zulegt, und mit nun 13 Punkten gleichauf mit der Linkspartei liegt. Deren Ergebnis bleibt im Vergleich zur letzten Umfrage unverändert. Die Grünen konnten, ähnlich wie die FDP, den Schwung aus der gelungenen Bayern-Wahl mitnehmen, und legten um einen Prozent auf neun Punkte zu.
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Die großen Gewinner der Landtagswahl in Bayern, die Freien Wähler, haben sich mit dem unerwartet guten Ergebnis nun auch bundesweit ins Blickfeld gebracht. Laut der Forsa-Umfrage könnten sich 45 Prozent der Befragten vorstellen, bei der nächsten Landtagswahl in ihrem Bundesland für die Freien Wähler zu stimmen. Damit ist das Wählerpotential der bis vor kurzem nur kommunal bekannten Partei größer als das der Grünen und der FDP, für die nur jeweils 30 Prozent der Befragten stimmen würden. Im nächsten Jahr wollen Gruppierungen der Freien Wähler auch bei den Landtagswahlen im Saarland und in Thüringen antreten, 2010 zudem in Schleswig-Holstein. (mre)