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Angela Merkel kassiert Applaus vom US-Kongress: 'It's very moving, I must say'

04.11.2009KANZLERIN IN ÜBERSEE

Angela Merkel kassiert Applaus vom US-Kongress: 'It's very moving, I must say'

Angela Merkel hat eine mit Spannung erwartete Rede der vor beiden Kammern des US-Kongresses gehalten. Die Bundeskanzlerin sprach vom Mauerfall, ihrer persönlichen Begeisterung vom "American Dream", schnitt heikle Themen wie den Klimaschutz an und bedankte sich für die deutsch-amerikanische Freundschaft. Die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 100 Senatoren aus der kleineren Kammer zeigten ihre Begeisterung mit Jubelrufen und langem Applaus für die Kanzlerin.

Zuvor hatte Konrad Adenauer 1957 als erster und bisher einziger deutscher Bundeskanzler im Kapitol in Washington. Nun wurde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Ehre zuteil. Auf englisch dankte sie für den Applaus der US-Parlamentarier, den sie zu Beginn ihrer Rede erhielt. "It's very moving, I must say." Dann fuhr sie auf deutsch fort.

Merkel erinnerte an den Mauerfall und zeigte sich über den "American Dream" begeistert. "20 Jahre sind seit diesem überwältigenden Geschenk der Freiheit vergangen. Aber noch immer gibt es nichts, das mich mehr begeistert, nichts, das mich mehr anspornt, nichts, das mich stärker mit positiven Gefühlen erfüllt als die Kraft der Freiheit."

Sie hätte sich damals nicht vorstellen können, einmal nach Amerika zu reisen: "Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten war für mich lange das Land der unerreichbaren Möglichkeiten." Als Jugendliche war Merkel begeistert vom "American Dream" und dem Freiheitsdrang. Sie dankte den Amerikanern für die Berliner Luftbrücke und ihren Einsatz für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Explizit erinnerte sie an John F. Kennedy, Ronald Reagan und George Bush senior. "Ich weiß - wir Deutschen wissen - wie viel wir Ihnen, unseren amerikanischen Freunden, verdanken. Niemals werden wir, niemals werde ich Ihnen ganz persönlich das vergessen", beteuerte Merkel. Ohne den Einsatz vieler amerikanischer Soldaten und Diplomaten wäre die "Überwindung der Teilung unmöglich gewesen."

Die Bundeskanzlerin sprach allerdings auch heikle Themen wie den Klimaschutz an. Sie forderte eine Einigung über die weitere Vorgehensweise auf der Weltklimakonferenz, die vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen stattfinden wird. "Wir alle wissen, wir haben keine Zeit zu verlieren." Eine globale Erwärmung um zwei Grad dürften nicht überschritten werden. "Ich bin überzeugt, dass wir die Kraft haben, die Mauern des 21. Jahrhunderts zu überwinden."

Wenn sich die USA und Europa auf verbindliche Verpflichtungen verständigen könnten, würden auch China und Indien dazu stoßen, erklärte die Kanzlerin. "Wir brauchen die Bereitschaft aller Länder, international verbindliche Verpflichtungen zu übernehmen. Wir können es uns nicht leisten, beim Klimaschutz von den wissenschaftlich gebotenen Zielen abzuweichen." Die technische Entwicklung im Energiebereich "bietet große Chancen auf Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze."

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Am Ende ihrer Rede wechselte die Bundeskanzlerin nochmals ins Englische. Deutschland und Europa blieben auch in Zukunft starke Partner für Amerika. "Das verspreche ich." (mme)

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