Der Chefchirurg einer Klinik in Niedersachsen hat einer 38-jährigen Kettenraucherin seine Operationsdienste verweigert. Nicht nur die abgewiesene Patientin ist empört über die Selektionsmethoden des renommierten Mediziners.
Einen Tag vor Nicole S. vereinbarter Kreuzband-Operation im Heidekreis-Klinikum in Soltau, erteilte Dr. Jochen M. seiner Raucher-Patientin telefonisch eine Absage.
Nachdem Mathews herausgefunden hatte, dass Söhnholz 40 Zigaretten pro Tag raucht, riet er dieser dringend zu einer Raucherentwöhnung - vorher werde er sie nicht operieren.
Eigenen Angaben zufolge operiert der Arzt grundsätzlich keine Raucher, es sei denn „im akuten Notfall". Bei Rauchern seien nicht nur die Heilungschancen, sondern auch die Operationsrisiken erheblich höher, verteidigte Mathew seine radikale Position in der BILD-Zeitung.
„Derselbe Arzt hat meinen Mann vor zwei Jahren ebenfalls am Kreuzband operiert - und der raucht 60 Zigaretten pro Tag", zeigte sich die verärgerte S. verwundert.
Während einige Ärzteverbände M.s Vorgehen für durchaus vertretbar halten, zeigte sich die Mehrheit der Medizinerkollegen verwundert über die mangelnde Professionalität des vehementen Raucher-Gegners. So kam Nicole S. zu einem OP-Termin in einer anderen Klinik, wo sie noch in dieser Woche operiert werden soll. (sbe)