Züchtig in eine graue Strickjacke gehüllt zeigt sich die neue Première Dame Carla Bruni-Sarkozy im Magazin 'L’Express'. Dort erschien ihr erstes Interview nach der Hochzeit mit dem Staatschef. Was sie damit vermitteln will, ist klar – an erster Stelle steht für das Top-Model ab sofort Seriosität. Wie sie die Rolle ausfüllen werde, wisse sie noch nicht, aber „ich weiß, wie ich es tun möchte: ernsthaft“, so die 40-Jährige im Interview. Dumm nur, dass sie dabei direkt ins Fettnäpfchen trat.
Kurz vor der Hochzeit hatte die Zeitung „Nouvel Observateur" auf ihrem Internetportal eine angebliche SMS Sarkozys an seine Ex-Frau Cécilia veröffentlich: „Wenn du zurückkommst, blase ich alles ab". Das Blatt habe damit einen ersten Schritt in Richtung Klatschpresse getan, erklärte die Sängerin im Interview. „Der 'Nouvel Observateur' ist zur Klatschpresse gewechselt. Wo wären wir beim Denunzieren der Juden hingekommen, wenn diese Art von Websites während des Krieges existiert hätte?"
Carla Bruni-Sarkozy
O la la Madame, Fettnäpfchen voraus. Redaktionsdirektor Michel Labro zeigte sich dann leider auch wenig erfreut über derartige Vergleiche. „Mit solchen Behauptungen spielt man nicht", erklärte er gegenüber der Website Rue89. Das sei „irrwitzig, unglaublich" und „vollkommen dumm". Die Entschuldigung Bruni-Sarkozys folgte auf dem Fuße. Sie habe niemanden verletzen wollen, sondern nur zum Ausdruck bringen, was sie von den Angriffen auf ihren Mann denke.
Blöd ist nur, dass sich die Umfragewerte Sarkozys bei den Franzosen zur Zeit sowieso schon tief im Keller befinden. Die kleine Interview-Affäre könnte dementsprechend noch mehr Öl ins Feuer gießen. Nach einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts „Opinionway" vertrauen nur noch 40 Prozent ihrem Präsidenten. Nach dem ganzen Klatsch und Tratsch um Sarkozys Affäre mit dem Top-Model Bruni waren immer mehr Franzosen genervt. Die Hochzeit scheint keine Besserung gebracht zu haben, obwohl sich die Präsidentengattin im Interview neben ihrem kleinen Fauxpas sonst so ladylike zeigt.
In der Vergangenheit war die Sängerin ja mehr für wechselnde Liebhaber bekannt, aber das soll sich nun ändern - schließlich ist Madame Bruni-Sarkozy von der italienischen Kultur geprägt und „ich würde mich nicht gerne scheiden lassen. Ich bin bis zum Ende des Mandates meines Mannes die Première Dame und seine Gattin bis zum Tod". So wünscht man sich das schließlich auch von der ersten Frau im Staat. Vielleicht hilft diese Einstellung ja auch den Umfragewerten ihres Mannes ein bisschen auf die Sprünge. (ta)