Elf Tage lang musste Kinderliebling 'Bernd das Brot' in einem Keller ausharren, bevor der Star des Erfurter Kinderkanals Ki.Ka in Form eines rechteckigen Brotlaibes in der Nähe von Weimar am Sonntag befreit wurde. Mehrere Kinder hatten das kurzarmige Kastenweißbrot beim Spielen entdeckt und die Polizei verständigt. Wie der Kika-Kultstar in das dunkle Gewölbe in Thüringen gekommen ist, ist noch völlig unklar.
Beim Spielen auf einem verfallenen Kasernengelände haben mehrere Kinder den Senderstar „Bernd das Brot" an der Bundesstraße zwischen Erfurt und Weimar am Sonntag entdeckt. Unverzüglich setzten sie die Polizei von ihrem Überraschungsfund in Kenntnis. Die Kika-Kultfigur, die im Jahr 2004 sogar mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden war, war seit anderthalb Wochen auf mysteriöse Weise verschwunden.
Nach Informationen der ‚Bild‘ hatten Unbekannte die zwei Meter große Kunststoff-Figur, die am Erfurter Rathaus aufgestellt worden war, in der Nacht zum 21. Januar gestohlen. Kurz darauf tauchte im Internet ein Video auf, das Bernd als Geisel zeigte. Die Kidnapper gaben an, angeblich gegen die Räumung der von ihnen besetzten Gebäude protestieren zu wollen. Seit Herbst 2008 hatte das mürrische Kastenbrot mit den viel zu kurzen Armen in der Altstadt für den Kinderkanal geworben, der in Erfurt seinen Sitz hat. Die Figur war zu Ehren des zehnjährigen Senderjubiläums aufgestellt worden.
„Kriminalisten sind bei ihm. Er ist es definitiv, und er ist unverletzt", teilte der Sprecher der Erfurter Polizei, Manfred Etzel, mit. Mit der Identifizierung von Bernd gab sich die Polizei viel Mühe. Unter anderem soll die Figur vermessen worden sein, wie der Sprecher angab. „Wir wollten sichergehen, dass es nicht ein Doppelgänger ist." Seit acht Jahren steht das depressive Brot vor der Kamera bei Ki.Ka. In einigen Sendungen wird er von seinen Kollegen „Briegel dem Busch" und „Chili dem Schaf" begleitet.
Wie der 125 Kilogramm schwere Bernd in das Gewölbe gekommen ist, ist noch völlig unklar. Die Ermittlungen laufen jedoch „in alle Richtungen", wie die Beamten mitteilten. Bernd-Erfinder Thomas Krappweis zeigte sich angesichts der Tat „bestürzt und erschüttert". Es sei „bestimmt das dritte Mal, dass dem armen Bernd etwas passiert ist in Erfurt. Er wurde schon beschmiert, umgeworfen und nun auch noch entführt."
Bei einer Online-Abstimmung des Kiinderkanals hatten viele Kinder den Diebstahl der Kultfigur als „Riesenmist!" bewertet und seine Rückkehr gefordert. Der Programmgeschäftsführer des Kinderkanals, Steffen Kottkamp, äußerte gegenüber dem MDR, froh zu sein, dass die Kinder „Bernd" nun wiederbekommen haben. Laut dem Sender wurde die Figur nach Erfurt zurückgebracht. Das Kastenbrot solle möglichst schnell wieder an seinen angestammten Platz aufgestellt werden. Die Stadt Erfurt kündigte an, die „Sicherheitsvorkehrungen" für ihr Wahrzeichen künftig erhöhen zu wollen. (sk)