Die 42-jährige Elisabeth Fritzl ist drei Monate nach ihrer Befreiung von der Staatsanwaltschaft erneut befragt worden. Die Vernehmung fand am Freitag an einem geheimen Ort statt. Die Beamten nahmen die Befragung auf Video auf, und wollen sie im Prozess gegen Inzesttäter Josef Fritzl zeigen. Die Kinder hingegen versuchen weiterhin, zum wirklichen Leben zurückzufinden. Nun unternehmen sie erste Ausflüge außerhalb der Klinikwände.
Die österreichische Staatsanwaltschaft hat Elizabeth Fritzl am vergangenen Freitag an einem geheimen Ort vernommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers haben die Behörden die Aussagen von Josef Fritzls Tochter auf Video aufgezeichnet. Das Material soll der 42-Jährigen beim Prozess im kommenden Herbst eine direkte Begegnung mit ihrem Vater ersparen.
Es handelt sich bereits um die zweite Vernehmung, Elisabeth war bereits nach ihrer Befreiung von der Polizei vernommen worden. Einzelheiten konnten die Behörden allerdings noch nicht preisgeben. Die Vernehmungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, und werden offenbar bis Ende nächster Woche dauern.
Die Staatsanwaltschaft will jetzt auch prüfen, ob Josef Fritzl nicht nur wegen Vergewaltigung, Inzest und Freiheitsberaubung, sondern auch wegen Mordes vor Gericht gestellt werden kann. Die Ermittler wollen prüfen, ob der 73-Jährige auch für den Tod des einen im Keller geborenen Zwillingskindes verantwortlich ist. Immerhin hat Fritzl zugegeben, die Leiche des Babys kurz nach der Geburt in einem Holzofen in seinem Keller verbrannt zu haben. Für diesen möglichen weiteren Anklagepunkt war bereits eine Expertengruppe eingeschaltet worden.
Das österreichische Programm ORF berichtete bereits, dass eines der Kinder am vergangenen Wochenende an einem Jugendfeuerwehrausflug teilgenommen hat. Das 15-jährige Mädchen, das unerkannt blieb, und dessen Name selbstverständlich abgeändert worden war, konnte zum ersten Mal seit fast drei Monaten ihre Schulfreunde wiedersehen.
Die junge Dame wuchs allerdings nicht im Keller bei ihrer Mutter auf. Medienberichten zufolge war der Ausflug ein großer Wunsch der 15-Jährigen gewesen. Auch ihre Geschwister trauen sich langsam raus - und machen manchmal kleine Ausfluge außerhalb der Klinik. Mitarbeiter der Klinik Amstetten-Mauer haben das bereits bestätigt. (tde)