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East Side Gallery wird renoviert - Die Berliner Mauer als heilige Reliquie

16.10.2008FEUCHTIGKEIT UND KRITZLER FORDERN TRIBUT

East Side Gallery wird renoviert - Die Berliner Mauer als heilige Reliquie

Am gestrigen Mittwoch haben die Sanierungsarbeiten in Berlin an dem als 'East Side Gallery' bekannten ehemaligen Mauerabschnitt begonnen. Dabei sind nun in Friedrichshain die ersten Bilder von dem Beton mit Sandstrahlern entfernt worden. Da seit Jahren Wasser durch mikroskopische Risse ins Gemäuer sickert, ist die Sanierung äußert wichtig für den Erhalt eines Teils deutscher Geschichte.

Der Beton bröckelt, die Stahlkonstruktion innerhalb des Betons rostet, und die Farbe blättert ab. Die rostigen Eisenstäbe im Beton sprengen diesen. Nach dem Mauerfall hatten über 100 Künstler aus mehr als 20 Ländern im Jahre 1990 die Ostseite der 1,3 Kilometer langen Mauer zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof mit insgesamt 105 Bildern bemalt. Mit Graffiti und Kritzeleien versuchten sich hier jedoch auch die Besucher zu verewigen, und schmierten sie über die Kunstwerke. Etwa 800 Besucher kommen jährlich zur East Side Gallery.

Da von ihren Werken nun leider kaum mehr etwas zu sehen ist, meinte Kani Alavi, Vorsitzender der Künstlerinitiative East Side Gallery: „Wir versuchen, alle Künstler von damals zu finden, damit sie ihre ursprünglichen Werke nochmals malen." Am 9. November soll mit dieser Neubemalung begonnen werden. Für die Wiederbemalung der rund 820 Mauersegmente stehen 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. Doch zuvor muss der Beton erst saniert werden.

Seit 1991 steht die East Side Gallery unter Denkmalschutz. Da von der Berliner Mauer kaum noch etwas steht, übernimmt die East Side Gallery die Erinnerungsfunktion der deutschen Teilung und an den Mauerfall. Außerdem mahnt dieser Mauerteil auch an die Opfer des Regimes.

Kulturstaatssekretär André Schmitz betonte, dass die East Side Gallery nicht nur für die künstlerische Auseinandersetzung mit der Maueröffnung stehe, sondern dass es an dem damaligen Grenzabschnitt auch Fluchtversuche gegeben habe, die tödlich endeten. Neben den ermordeten Flüchtigen starben auf West- Berliner Seite auch fünf Kinder, die beim Spielen ins Wasser fielen und wegen der Grenze nicht rechtzeitig hatten gerettet werden können. (lkl)

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