Die „No Angels“ werden Deutschland beim diesjährigen „Eurovision Song Contest“ vertreten. Die Castingband hat sich gestern abend bei dem Vorentscheid knapp gegen die Musical- und Opernsängerin Carolin Fortenbacher durchgesetzt.
Die knappen pastelfarbenen Paillettenkostümchen der vier Engel konnten am Ende doch überzeugen: Deutschlands erste und erfolgreichste Castingband fährt nach Belgrad zum Eurovision Songkontest. Die Zuschauer entschieden gestern per Votum für die vierköpfige Popgruppe und ihren Ohrwurm „Disappear". Mit knappen 50.5 Prozent der Stimmen machten die „No Angels" das Rennen vor Fortenbacher in der Stichwahl der zweiten Abstimmungsrunde.
Fortenbacher, die schon auf diversen Bühnen stand und bereits eine der Hauptrollen im Erfolgsmusical Mammia Mia verkörperte, setzte sich am Ende trotz ihrer fünf-Oktaven-Stimme und künstlerischer Vielseitigkeit nicht durch. Obwohl die Sängerin wie die „No Angels" ebenfalls auf die Wirkung von Windmaschinen und flatternden transparenten Textilien gesetzt hatte.
Nicht über die erste Abstimmungsrunde hinaus geschafft hatten es die Teenie-Glamrock-Band „Cinema Bizarre", die das Publikum weder mit ihrem Musikmix aus Elektro, Wave und Rock, noch mit ihrem Hang zum Manga-Schick überzeugen konnten. Auch die vier Jungs von „Marquess", die sich auf Latino-Rhythmen spezialisiert haben und im Sommer den Hit „Vayamos Compañeros" gelandet hatten, konnten nicht punkten. Der einzige Einzelküstler beim diesjährigen Vorentscheid, der Münchner Schmusesänger Tommy Reeve, besang in einer rührenden Ballade die Monogamie, kam aber auch nicht über die erste Runde hinaus.
Die „No Angels" rechnen sich in Belgrad durchaus Chancen aus, schließlich fließt auch in ihren Adern teilweise osteuropäisches Blut. Nadja ist Bulgarin und Lucys Großmutter kommt aus Serbien. Auch Oliver Pocher, der bei der Show als sogenannter Promi-Pate für „Marquess" dabei war, meint, die „No Angels" hätten durchaus Chancen, wenn auch nicht zwingend aufgrund ihrer künstlerischen Performance: „Klamottentechnisch würden wir dafür aus Osteuropa sicher viele Stimmen bekommen." (rkr)