R'n'Besk-Sänger Muhabbet hat in einem Interview über diese neue Musikrichtung, seine Erfahrungen als Deutsch-Türke in Köln und über seine Positionierung in der HipHop-Szene gesprochen.
Seine Begabung zeigte sich früh: Schon als Kind wurde Muhabbet (25) von seinen Eltern musikalisch gefördert. Zusammen mit seinem Bruder nahm der Sänger ('Sie Liegt In Meinen Armen') im Alter von elf Jahren bereits zu Hause Lieder auf.
Im Elternhaus hörte er türkische Arabeske - eine Modernisierung der türkischen kulturellen Musik aus den 60er und 70er Jahren. "Arabeske ist eine Kreation aus der Straße. Mit Arabeske können sich die Menschen mehr identifizieren", erklärte der Msuiker im Gespräch mit dem Magazin 'stern'.
Bei seinen Freunden war dagegen Hip-Hop, Black Musik und R&B angesagt. Zwei Welten, zwei unterschiedliche musikalische Richtungen, die Muhabbet in seiner Musik nun zu vereinen versucht.
"Viele Freunde, die kein Türkisch verstehen, konnten mit Arabeske nichts anfangen, daher haben mein Bruder und ich begonnen, das ganze auf Deutsch umzusetzen. Wir nahmen vom R&B den fetten Beat, europäische Töne, vom Arabeske die Melodien und Gesangslinien und schließlich die deutsche Sprache. So haben wir etwas Neues kreiert", berichtete Muhabbet von seinen musikalischen Experimenten, die im R'n'Besk resultieren. Er lebe beides - und habe so über die Jahre Hunderte Songs zusammengestellt.
Muhabbets Zielpublikum sind nicht nur jungen Deutschtürken, sondern alle, die Musik gegenüber offen stehen. "Ich spreche jeden an, der für Musik offen ist ... Auch Leute, die HipHop nicht mögen, schätzen den melodischen Gesang. Da ist für jeden was dabei", versicherte der Wahlberliner. Seine letzte Single sei daher auch kein Underground-Rap, sondern eher softer R&B.
In seinen Liedtexten schreibt Muhabbet das nieder, was er fühlt. Aber was genau fühlt so ein Deutsch-Türke, der in Köln aufgewachsen ist? "Vor allem, dass man sich in Deutschland wohlfühlen möchte, Deutschland als Heimat sieht, aber trotzdem zwischendurch immer wieder zu spüren bekommt, dass man nicht dazu gehört." Seiner Ansicht nach verbindet genau diese Erfahrung ihn mit anderen Deutsch-Türken.
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Im Bezug auf die HipHop-Szene sieht sich der Sänger auch zwischen zwei Extremen. Auf die Frage, was er von den "harten Berlinern" wie Bushido und Sido hält, konterte Muhabbet schließlich: "Mich fasziniert, dass das 'Ich bin hart'-Konzept aufgeht. Jeder spricht eine bestimmte Gefühlswelt an. Es gibt Menschen, die sind den ganzen Tag aggro, es gibt Menschen, die den ganzen Tag schmusen wollen, ich bin so ein Mittelding."