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14.12.2007GRENZWERTIG

Umsatz-Misere trotz Klick-Milliarden: StudiVZ verkauft Nutzerdaten

Der Holtzbrinck-Verlag investierte Millionen in das Studentennetzwerk StudiVZ. Doch bislang erwirtschaftet der Verlag trotz Milliarden Klicks nur sehr magere Werbeeinnahmen. Durch die neuen Geschäftbedingungen soll sich das ändern. Ab dem 9. Januar sollen die persönlichen Daten der vier Millionen Nutzer an interessierte Unternehmen verkauft werden können.

 

Am gestrigen Donnerstag verschickte StudiVZ die neuen Geschäftbedingungen per Mail an seine vier Millionen Mitglieder. Darin wird der Nutzer dazu aufgefordert, den AGB bis zum 9. Januar zuzustimmen. Wenn er dies unterlässt, kann er nicht mehr auf seine Daten zugreifen.

Doch wer den AGB zustimmt, kann seine Daten nie wieder löschen, auch nicht im Falle einer Abmeldung. Das ist deshalb besonders gefährlich, da nach den neuen AGB auch auf die persönliche Daten leichter zugegriffen werden kann. Interessierte Unternehmen sollen Informationen wie Handynummer, Mailadressen, Hobbys oder Lieblingsbücher dazu verwenden können, dem Nutzer ein auf ihn persönlich abgestimmtes Werbeangebot anzubieten.

Dadurch eröffnen sich der Internetplattform neue Einnahmequellen. „Wir wollen mit der Änderung der Geschäftsbedingungen einfacher auf die Daten der User zugreifen. So können wir besser personenbezogene Werbung verschicken", sagte StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Rieke.

Mit der besseren Nutzung der Daten will der Holtzbrinck-Verlag die Kosten für den Kauf des StudiVZ Anfang 2007 wieder hereinholen. Der StudiVZ soll den Stuttgarter Konzern rund 85 Millionen Euro gekostet haben. Bislang hat die Internetplattform jedoch trotz der vier Millionen Nutzer kaum Werbeeinnahmen abgeworfen.

Schon melden sich indessen erste Datenschützer zu Wort. „Wir haben immer davor gewarnt, sein Privatleben in den Internetportalen zu sehr zu präsentieren. Man sieht, wohin das führt, wenn jetzt StudiVZ ganz offiziell nach den Daten der Nutzer greift und sie womöglich kommerziell verwertet", erklärte der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Dietmar Müller.

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Allerdings bestreitet StudiVZ, dass es die Daten der Nutzer tatsächlich weitergeben wolle. In einer Ankündigung erklärte das Unternehmen, man werde die Nutzerdaten auch nach den neuen AGB nicht ohne zu fragen „an werbetreibende Unternehmen" weitergeben. StudiVZ-Pressesprecher Dirk Hensen erklärte: „Es stimmt, dass wir unsere Mitglieder-AGB ändern. Es stimmt nicht, dass wir persönliche Daten verkaufen."

Die FDP-Politikerin Gisela Piltz hält dies jedoch angesichts der AGB für „unglaubwürdig". Sie hält den Umfang, in der Daten weitergegeben können, für neu. „Das kennt man eigentlich sonst nur von US-Unternehmen", sagte die innenpolitische Sprecherin der Partei. (dl)

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