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Olympia in Peking: 'Menschenrechte werden weiter mit Füßen getreten'

06.08.2008TÄGLICHE HÖHEPUNKTE AUF VIDEOPORTAL

Olympia auf YouTube – aber nicht in Deutschland

Die Olympischen Spiele 2008 in Peking werden auch auf dem Videoportal YouTube im Internet zu sehen sein. Allerdings hat das Angebot des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) einen Haken. Die Beiträge mit den täglichen Höhepunkten werden nur in Regionen der Welt zu sehen sein, die keine die digitalen Rechte oder zumindest keine Exklusivrechte erworben haben. In Deutschland ist der Service damit also nicht abrufbar.

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele gibt es eine vollständige globale Online-Berichterstattung“, erklärte Timo Lumme, der für Fernsehen und Marketing zuständige Direktor des IOC. Finanzielle Einzelheiten zu der Vereinbarung wollten die Beteiligten jedoch nicht nennen.

Allerdings bleibt das Angebot auf Schwellen- und Entwicklungsländer beschränkt, weil das IOC die digitalen Rechte in Industrienationen anderweitig vergeben hat. Damit beschränkt sich die YouTube-Berichterstattung auf 77 Länder Afrikas, Asiens und des nahen Ostens, darunter zum Beispiel Indien, Südkorea, Indonesien oder Nigeria. In den übrigen Staaten verhindert eine Technik namens Geo-Blocking, dass Internetnutzer die Videos aus Peking sehen können.

Dabei können die Betreiber die IP-Adresse des Nutzers feststellen und überprüfen, ob der Interessent berechtigt ist, auf das Angebot zuzugreifen. Befindet sich der Standort des Users nicht innerhalb eines bestimmten Lizenzgebietes, verweigert ihm das IOC den Zugriff auf die Clips aus China.

Falls ein Internetnutzer von Deutschland aus die Website 'youtube.com/beijing2008' ansurft, erscheint lediglich die Meldung dass der Kanal nicht erreichbar ist. Entsprechend frustriert sind die Nutzer - von der YouTube-Idee ebenso wie von der Sportübertragung selbst. Gewiefte User wissen allerdings, wie man seine IP-Adresse ändert und damit doch noch in den Genuss von Olympia kommt.

Täglich drei Stunden will das IOC senden, fraglich ob in den Schwellenländern damit viele Menschen erreicht werden können. Teilweise sind die Übertragungsraten nicht so gut oder der Internetzugang unerschwinglich. „Die Priorität des IOC ist es, sicherzustellen, dass so viele Menschen wie möglich in den Genuss kommen, die Magie der Olympischen Spiele mitzuerleben“, erklärt Lomme.

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Ziel des Projekts sei die sinnvolle Ergänzung der Berichterstattung in jenen Ländern, die ohne den YouTube-Kanal über kein offizielles Olympia-Online-Angebot verfügen würden. Nach Angaben von YouTube will das IOC mit dem offiziellen Kanal die Verbreitung unerlaubter Olympia-Videos einschränken. (vd)

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