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02.07.2008MICROSOFT RATLOS

Nicht totzukriegen: Windows XP nach wie vor beliebter als Vista

Windows XP ist beliebt, sehr beliebt sogar. Mehr als drei Viertel aller deutschen PC-Anwender nutzen das 2001 auf den Mark gebrachte Betriebssystem. Windows Vista kommt hingegen nur auf einen Marktanteil von 13 Prozent. Dennoch hat Microsoft am gestrigen Dienstag den Verkauf von XP eingestellt. Nur noch Billigcomputer dürfen mit dem alten System ausgeliefert werden.

Das Unternehmen aus Redmond kriegt das beliebte Windows XP einfach nicht tot. Microsoft würde Windows Vista gerne unter die Massen bringen, doch die Nutzer sträuben sich und hängen am Vorgänger XP. Selbst bei neuen, leistungsstarken Rechnern fragen die Kunden nach XP.

Microsoft ist es nicht gelungen, PC-Hersteller und Endkunden von Vista zu überzeugen. „Bisher mühte sich Microsoft vergeblich, die Nutzer zum Umstieg zu bewegen", wissen die Marktforscher von Fittkau & Maaß. Manche Unternehmen, darunter Daimler und Intel, wollen Vista sogar überspringen und 2010 gleich mit dessen Nachfolger Windows 7 weitermachen.

Wie unpopulär Vista ist, zeigten zuletzt einige Aktionen aufgebrachter XP-User, die sich um die Zukunft ihres Betriebssystems sorgten. Mehr als 210.000 Nutzer unterzeichneten beispielsweise die 'Rettet XP'-Petition der Fachzeitschrift 'Infoworld'. „Wir bitten Sie respektvoll, das beste Betriebssystem, das Microsoft je produziert hat, weiterhin anzubieten", lautete der Schlusssatz des Begleitbriefs von 'Infoworld'-Chefredakteur Eric Knorr.

Immerhin lenkte Microsoft bei billigen und leistungsschwächeren Computern ein. Bei Mini-Notebooks und schwach ausgerüsteten Desktop-PCs soll auch weiterhin Windows XP zum Einsatz kommen. Allerdings handelt Microsoft nicht aus Kundenfreundlichkeit, sondern schlich aus Eigennutz. Die Hardwarehersteller würden die Billig-Geräte ohne die Verfügbarkeit von Windows XP dann eben mit dem Konkurrenten Linux ausstatten - ein Albtraum für CEO Steve Ballmer.

Völlig absurd mutet dagegen eine weitere Option an, Windows XP auch auf einem neuen Rechner nutzen zu können. Microsoft bietet nämlich an, zwar offiziell Vista auszuliefern, die Installation aber auf XP „downzugraden". Der PC-Hersteller Hewlett Packard hatte schon im April angekündigt, Downgrade-Prozess künftig schon vorab im Auftrag seiner Kunden durchzuführen und individuell konfigurierte Rechner dann mit Windows-XP auszuliefern.

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Dass die Nutzer künftig Windows Vista kaufen, um hinterher doch Windows XP zu verwenden - das muss für Steve Ballmer und den scheidenden Bill Gates eine schmerzliche Niederlage sein. Doch die Schmach ist hausgemacht, und die verdiente Quittung für die mangelnde Kundenorientierung bei Microsoft. (vd)

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