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Google kauft YouTube und rüstet zum Medien-Giganten

09.10.2008PORTAL SOLL GEWINN BRUNGEN

Google hat YouTube-Verluste langsam satt: Videos bekommen Click-to-buy-Links

Für die gigantische Summe von knapp 1,7 Milliarden Dollar übernahm der Suchmaschinen-Riese Google im Herbst 2006 das Videoportal YouTube. Obwohl Millionen von Nutzern täglich Videoclips bei YouTube ansehen, hat sich der Kauf für Google bislang nicht ausgezahlt. Nachdem bereits einige Werbeformen auf der Seite ausprobiert wurden, hat sich der neue Besitzer nun für die Einführung von „Click-to-Buy“ entschieden. Damit können YouTube-User über Links in den Videos direkt Produkte von Google-Partnern erwerben.

 

Wenn sich beispielsweise ein Benutzer ein Musikvideo auf YouTube ansieht, kann er fortan über einen Link den Song direkt vom Vertreiber kaufen. Bislang funktioniert dieser Service nur mit den Google-Partnern Apple über dessen Internet-Laden iTunes, sowie Amazon MP3, das vorerst nur in den USA erhältlich ist. Für jede Weiterleitung zu einem Online-Shop, die über einen solchen Link erfolgt, erhält Google einen Prozentanteil am Umsatz. Läuft der Dienst gut, könnte das bei größeren Nutzerzahlen schnell in die Millionen gehen, schätzen Marktbeobachter.

Wie YouTube-Manager Bakari Brock gegenüber der 'New York Times' erklärte, unternimmt der Suchmaschinen-Krösus damit den ersten Schritt, aus YouTube „eine funktionierende E-Commerce-Plattform" zu machen. Neben Musik soll auch in anderen Bereichen Online-Shopping per YouTube möglich sein, beispielsweise bei Computerspielen. Hierbei nannte Brock die beliebte Evolutionssimulation 'Spore' als Beispiel. Der Hersteller der Spiels, Google-Partner Electronic Arts, betreibt einen Online-Shop, der ebenfalls per Videolink erreicht werden kann. Auch andere Werbepartner sollen sich demnächst einen Platz in YouTube-Videos erkaufen können.

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Der Haken an diesem Plan könnte jedoch sein, dass nach wie vor jeder User kostenlos Videos in das Portal hochladen kann. Viele kleinere Unternehmen laden so einfach Clips mit ihren Produkten hoch, die dann über 'virales Marketing' in der User-Community bekannt werden. Konsequenterweise müsste YouTube nun also auch Geld für den Upload eines Videos verlangen, denn nur so könnte der Geldstrom für den Besitzer Google endlich im erwünschten Maße fließen. Dann wäre allerdings der Inhalte-Überfluss, der aus dem Portal im moment den Branchen-Primus macht, schnell dahin. (mre)

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