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13.02.2009DIGITALER SCHÄDLING IM VISIER

Conficker-Wurm: Microsoft bietet 250.000 US-Dollar für Hinweise

Seit längerem kursiert der als 'Conficker-Wurm' bekannt gewordene digitale Schädling durch die Medien und verbreitet vor allem in den Rechnerherzen Angst und Schrecken. Experten warnen vor ungeahnten Folgen, falls die Conficker-Varianten Downadup.A und Downandup.B aktiviert werden. Weil auch die Glaubwürdigkeit des Internetriesen Microsoft auf dem Spiel steht, bietet der Konzern 250.000 US-Dollar für jeden Informanten, der wertvolle Hinweise zur Entstehung des Wurmes liefern kann.

Der Softwaregigant Microsoft schreitet im Kampf gegen den Computervirus beherzt ein und lässt sich Hinweise, die zur Festnahme der noch unbekannten Programmierer des Wurms Conficker führen, ganze 250.000 Dollar (umgerechnet etwa 195 000 Euro) kosten. „Die Belohnung wird in jedem Land ausgezahlt" versicherte der IT-Konzern. In einer Mitteilung heißt es, dass Hinweise an die örtlichen Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten seien. Über die Programmierung sowie einer wirksamen Bekämpfung des Wurmes, der sich seit Oktober 2008 rasant im Internet verbreitet hatte, zerbrechen sich die Internet- und Computerexperten schon seit längerem die Köpfe.

Über eine Sicherheitslücke im Betriebssystem Windows XP kann sich der gefährliche Schädling auf Firmennetzwerke oder private Rechner verbreiten. Auf diese Weise gelang es Conficker seit nunmehr fünf Monaten, sich auf mehrere Rechner und USB-Sticks festzusetzen und etwa neun Millionen PCs unter seine Kontrolle zu bringen. Der Wurm nistet sich dabei in der Datei services.exe ein, legt sich selbst unter wechselnden Namen als dll-Datei ab und schreibt sich in die Registry ein. Dazu ist der digitale Schädling fähig, Passwörter auszuspionieren und Sicherheitsprogramme zu deaktivieren.

Am 21. November hatte Microsoft den Virus das erste Mal als gefährlich eingestuft. Der Wurm nutzt mehrere Übertragungswege und kann sich über das Internet, über infizierte Datenträger wie USB-Sticks oder über Dateifreigaben fortbewegen. Bereits mehrere offizielle Institutionen waren als Opfer des Wurmes bekannt geworden. So musste die Kärtner Landesregierung Anfang Januar über 3000 Rechner abschalten, die britische Armee war ebenso von dem Wurmbefall betroffen wie auch Teile der französischen Marine, deren Rechner von dem Wurm lahmgelegt worden waren.

Bereits im Oktober wollte Microsoft nach eigenen Angaben die Sicherheitslücke geschlossen haben. Eine große Anzahl von Firmen hätten jedoch das notwendige Sicherheits-Update nicht ausgeführt und viele Kunden die grundlegendsten Sicherheitsregeln nicht beachtet. Das von Microsoft hergestellte Anti-Malware-Programm, das auf den Virus angesetzt worden war, blieb so ohne Erfolg. Nun erklärte Microsoft-Manager George Stathakopoulos, die Expertise von Microsoft mit der einer breiten Community bündeln zu wollen, um die Menschen weltweit besser zu schützen. Microsoft kooperiert unter anderem mit Sicherheitsunternehmen wie F-Secure und Symantec sowie mit der Internet-Adressverwaltung ICANN und Betreibern von zentralen Servern des Domain Name Systems (DNS), um den Wurm unter Kontrolle zu bekommen.

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Doch mit dem neuerlichen Aufruf zu Hinweisen aus der Bevölkerung scheint der IT-Konzern nun am Rande der Verzweiflung zu stehen und gesteht die offensichtlich bisher wirkungslosen Bekämpfungsstrategien indirekt ein. Der Konzern darf aber durchaus noch hoffen: Bereits 2005 hatte Microsoft rund 210.000 Euro an zwei Deutsche gezahlt, die Hinweise zum Urheber der Würmer Sasser und Netsky gegeben hatten. Das Landgericht Verden konnte daraufhin einen 19-jährigen wegen Datenveränderung und Computersabotage zu einer Bewährungsstrafe verurteilen.(sk)

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