Der neue Trend in der PC-Branche geht hin zu immer kleineren und leichteren Notebooks, die hauptsächlich für den Internetbetrieb ausgelegt sind. Nun steigt auch Aldi in das Geschäft mit den sogenannten Netbooks ein. Seit dem heutigen Donnerstagmorgen bietet der Discounter zum Preis von 399 € ein Netbook mit dem Namen 'Medion Akoya Mini' an – und erhofft sich damit einen so durchschlagenden Erfolg wie einst mit den Billig-PCs. Die Nachfrage soll jedenfalls enorm sein.
Sie sind klein, gut tragbar und billig: die sogenannten Netbooks, der neue Renner in der Computerbranche. Leistungsstark müssen sie nicht sein, weil sie hauptsächlich zum Surfen im Internet gedacht sind. Auch der neue Medion Akoya Mini, von dem sich der Discounter Aldi einen kräftigen Umsatzzuwachs erhofft, hat nur eine Bildschirmgröße von winzigen zehn Zoll. Damit jedoch der Käufer dieses Modell des Herstellers MSI dem bisherigen Pionier der Netbook-Klasse, dem „EeePC" von Asus, vorzieht, haben die Entwickler einen etwas stärkeren Prozessor (1,6 GHz) und eine etwas größere Festplatte (80 GB) eingebaut.
Auch der von Intel eigens für Netbooks entwickelte Atom-Chip ist im Medion Akoya Mini erstmals zu finden. Als Betriebssystem benutzt der Neuling das etwas veraltete Windows XP, da die Prozessorleistung für das neue Windows Vista nicht ausreicht. Was jedoch auch dieses Netbook nicht hat, ist ein DVD-Laufwerk. Der User muss seine Daten aus dem Internet über das integrierte WLAN oder über einen USB-Stick beziehen.
Wird nun das "klassische Notebook" durch seinen kleinen Bruder verdrängt? Wohl eher nicht, glaubt ein Sprecher des taiwanesischen Herstellers MSI: „Das ist kein Verdrängungswettbewerb zulasten der großen Notebooks, sondern ein Zusatzgeschäft". Bei MSI rechnet man damit, dass der weltweite Marktanteil der kleinen Netbooks bis Ende des Jahres zehn Prozent betragen wird.
Allerdings hat das Unternehmen selbst momentan noch mit Produktionsengpässen zu kämpfen, deshalb sind in deutschen Aldi-Filialen noch keine riesigen Stückzahlen des Mini-PCs vorhanden. Einige enttäuschte Kunden, die leer ausgingen, haben bereits im Internet protestiert. Jedoch können sie den Medion Akoya Mini ab August beim Hersteller selbst beziehen, und werden dort vermutlich bessere Chancen haben - wenn auch vielleicht zu einem etwas höheren Preis.
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Der Netbook-Markt scheint jedenfalls für alle großen Computerhersteller Potenzial zu haben. Auch Hewlett-Packard, Acer und ECS wollen demnächst Netbooks anbieten, und Asus will eine neue Variante seines Kassenschlagers „EeePC" auf den Markt bringen, der die Schwächen des Prototyps ausmerzt. Diese waren vor allem: ein zu kleiner Bildschirm, zu kleine und ungenaue Tastatur sowie zu wenig Festplattenkapazität. Die Konkurrenz schläft nicht, erst recht nicht, wenn so viel Geld zu machen ist wie im Netbook-Geschäft. (mre)