Letztendlich hat das lange Wehren dem ehemaligen Radprofi Jan Ullrich nichts genützt: Die Bonner Staatsanwaltschaft erhält die Bankunterlagen zu seinem Schweizer Konto. Genau das hatte der unter Betrugsverdacht stehende Ullrich so...
Letztendlich hat das lange Wehren dem ehemaligen Radprofi Jan Ullrich nichts genützt: Die Bonner Staatsanwaltschaft erhält die Bankunterlagen zu seinem Schweizer Konto. Genau das hatte der unter Betrugsverdacht stehende Ullrich so beharrlich verhindern wollen.
Nach Angaben der Thurgauer Staatsanwaltschaft in dr Schweiz sollen die Akten noch diese Woche an die Staatsanwaltschaft in Bonn übergeben werden. Bereits zu Anfang des Jahres hatte die Schweizer Staatsanwaltschaft die Herausgabe der Unterlagen der Credit Suisse in Kreuzlingen, bei der Ullrich ein Konto besitzt, angeordnet. Ullrich klagte, verlor aber am 16. Mai vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona. Eine von ihm eingereichte Beschwerde beim Bundesgericht in Lausanne wurde jetzt ebenfalls abgelehnt.
Die Schweizer Rechtshilfe ist somit rechtskräftig, verkündete der leitende Staatsanwalt des Kantons Thurgau, Hans Ruedi Graf. Die Bonner Staatsanwaltschaft erhofft sich durch die Akten im Betrugsverfahren gegen Ullrich und dessen früheren Betreuer, den Belgier Rudy Pevenage, einen Fortschritt ihn den eigenen Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Ullrich über dieses Konto Geld an den spanischen Dopingarzt Eufemio Fuentes sowie andere Personen im Tausch gegen die illegalen Präparate überwiesen hat.
Staatsanwalt Graf will zudem mit Ullrichs Anwalt ausloten, ob die bei einer Hausdurchsuchung in Ullrichs Villa im schweizerischen Scherzingen beschlagnahmten Handys und andere Datenträger auch den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt werden können. (mb)