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Giro d'Italia: Stefan Schumacher weiter im Rosa Trikot

13.08.2008BITTERE ENTTÄUSCHUNG BEIM ZEITFAHREN

Olympia: Deutsche Straßenradfahrer ohne Medaillen – Stefan Schumacher abgeschlagen, Gold für Fabian Cancellara

Zum ersten Mal seit 1996 kehrt der deutsche Straßenradsport ohne Medaille von Olympia zurück. Beim heutigen Zeitfahren knüpften die deutschen Fahrer um Hoffnungsträger Stefan Schumacher und Hanka Kupfernagel an ihre äußert enttäuschenden Leistungen vom Straßenrennen an. Schumacher kam abgeschlagen als 13. ins Ziel, mehr als drei Minuten hinter dem Sieger Fabian Cancellara aus der Schweiz. Beste deutsche Fahrerin war Judith Arndt, die bei den Frauen Rang sechs erreichte.

Vor Beginn der olympischen Spiele gab der Sportdirektor des Bunds Deutscher Radfahrer (BDR), Burkhard Bremer, ein optimistisches Ziel aus. Fünf Medaillen sollten es schon werden, glaubte Bremer. Nun haben die Straßenrennfahrer ihren Sportdirektor eines Besseren belehrt. Denn nach den schwachen Leistungen von Stefan Schumacher und Co. sind fünf Medaillen nur noch durch ein Wunder zu erreichen. An Edelmetall-Platzierungen beim Bahnradfahren und Mountainbike glaubt im deutschen Lager so recht keiner. Die Hoffnungen lagen hauptsächlich bei den Straßenradfahrern.

Doch diese Hoffnungen wurden beim Zeitfahren am heutigen Mittwoch bitter enttäuscht. Die Medaillenkandidaten aus deutscher Sicht – Stefan Schumacher bei den Herren, Hanka Kupfernagel und Judith Arndt bei den Damen – fuhren ähnlich schwach wie bereits bei den Straßenrennen. Schumacher, immerhin WM-Dritter, kam 3:14 Minuten hinter dem Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellera ins Ziel. Auf der 47,3 km langen Strecke zeigte der Weltmeister dem deutschen Profi vom Team Gerolsteiner deutlich seine Grenzen auf.

Nach seiner enttäuschenden Leistung suchte „Schumi“ nach Ausflüchten, und wirkte dabei wesentlich engagierter als während des Rennens: „Ich bin mit dem Klima nicht zurechtgekommen. Es war, als ob ich im Höhentrainingslager war. Das ist frustrierend. Olympia ist eine schöne Veranstaltung, nur die Radrennen waren nicht schön“, klagte der 27-Jährige. In eine ähnliche Kerbe schlug der deutsche Meister Bert Grabsch, der noch schlechter als Schumacher abschnitt und auf Rang 14 ins Ziel eintrudelte. „Vielleicht liegt es am Typ. Wir als Deutsche sind solche Bedingungen vielleicht nicht gewohnt. Vielleicht hätten wir einen Monat eher herkommen müssen.“

Was der Wittenberger dabei aber übersah, ist dass mit Gustav Larsson ein Schwede auf Platz zwei fuhr und sich damit Silber sicherte. Bei den Damen erging es dem deutschen Radsport-Team ähnlich schlecht. Während Medaillen-Favoritin Hanka Kupfernagel nur auf Platz elf kam, konnte sich Judith Arndt wenigstens noch den sechsten Rang sichern. Der Sieg ging an die US-Amerikanerin Kristin Armstrong, vor der Britin Emma Pooley und der Schweizerin Karin Thürig.

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Für die Sensation des Tages bei den Damen sorgte jedoch die Viertplatzierte. Die Französin Jeannie Longo verpasste nur um Haaresbreite ihre fünfte Olympia-Medaille. Und das, obwohl die Dame in zwei Monaten bereits 50 Jahre alt wird. Eine Leistung, die höchsten Respekt verdient – findet auch die geschlagene Konkurrentin Hanka Kupfernagel: „Als ich mit dem Radsport angefangen habe, gab es Longo. Und heute sitzt sie immer noch auf dem Rad. Das ist bewundernswert.“ Das waren wohl die ehrlichsten Worte, die heute aus dem deutschen Lager zu vernehmen waren.

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