Der Doping-Skandal bei der Tour de France zieht immer weitere Kreise. Die 17. Etappe (Pau - Castelsarrasin) wird am heutigen Donnerstag ohne den aktuellen Träger des gelben Trikots, den Dänen Michael Rasmussen, weitergeführt. Eine...
Der Doping-Skandal bei der Tour de France zieht immer weitere Kreise. Die 17. Etappe (Pau - Castelsarrasin) wird am heutigen Donnerstag ohne den aktuellen Träger des gelben Trikots, den Dänen Michael Rasmussen, weitergeführt.
Eine solche Tour de France gab es wohl noch nie: Ein Skandal nach dem anderen, Vertrauensverlust eines Bikers nach dem anderen… Nun ist am Morgen des heutigen Donnerstag die Entscheidung gefallen, den Dänen Michael Rasmussen, nicht aber seine ganze Mannschaft von der Tour zu suspendieren. Die 17. Etappe des heutigen Donnerstag wird daher ohne gelbes Trikot abgehalten. Erst bei der Ankunft in Castelsarrasin am Ende der Etappe des heutigen Donnerstag wird es wieder einen neuen Träger des gelben Trikots geben.
Am gestrigen Mittwoch Abend hat das Team Rabobank selbst entschieden, ihr erfolgreichstes Mitglied Michael Rasmussen aus der Mannschaft auszuschliessen. Zu gross war der Druck aufgrund des Doping-Skandals des Tabellenführes und zweifachen Etappensiegers Rasmussen. "Er hat die Regeln der Mannschaft verletzt", gab der Sprecher des dänischen Rabobank-Teams als Grund für den Ausschluss Rasmussens an. Der wahre Auslöser war neben der Doping-Affaire aber ein Vertrauensverlust innerhalb des Teams. Rasmussen hatte seine Mitstreiter in der letzten Zeit mehrfach über seinen Stundenplan belogen, obwohl eine ehrliche Terninabsprache in den Fahrradteams oberste Pflicht ist. Im Juni hatte Rasmussen sienem Team angegeben, er sei in Mexiko, obwohl er sich in Italien aufhielt. Am Mittwoch hat Rasmussen nun auf Anfrage des Rabobank-Managers Theo De Rooy seine unwahren Äusserungen eingestanden.
Das Team Rabobank wird allerdings mit den verbleibenden sieben Mitgliedern an der heutigen 17. Etappe teilnehmen. Es war im Vorfeld spekuliert worden, ob sich das Team nach dem Skandal um Rasmussen gänzlich von der Tour de France zurückziehen müsse.
Rasmussen war bereits nach der vierten Etappe als klarer Favorit gehandelt worden. Er hatte allerdings den Unmut der Veranstalter wie der Bevölkerung hervorgerufen, als er mehrmals zu spontanen Dopingtests nicht erschienen war. Dies war am letzten Donnerstag durch die Internationale Radvsportvereinigung (UCI) bekannt gegeben worden. Und auch nachdem er entgegen seiner grundsätzlichen mässigen Leistung auf Gebirgsetappen am Samstag in den Pyräneen unerwartet auf Platz 11 kam, konnte der Dopingverdacht bei dem mehrfachen Etappensieger nur erhärtet werden.
Der Dopingfall Rasmussen schliesst sich an eine Serie ähnlicher Rücktritte von der Tour de France an: Nur ein paar Stunden vor dem Beschluss, Rasmussen auszuschliessen, war der italienische Radrennfahrer Christian Moreni vom französischen Team Cofidis wegen eines positiven Dopingergebnisses freiwillig zurückgetreten. Und bereits am Dienstag war AlexandreVinokourov aus dem Team Astanavon der Organisationsleitung der Tour de France suspendiert worden.
Nach dem Ausschluss Rasmussens rückt der Spanier Alberto Contador (Team Discovery Channel) auf Platz 1 der Klassifizierung. Er hat eine Minute und 53 Sekunden Vorsprung vor dem Australier Cadel Avans (Team Predictor). (sl)