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28.07.2007Rechtsextrem? Rolf Reuter soll Bundesverdienstkreuz aberkannt werden

Der international bekannte Dirigent Rolf Reuter steht unter Verdacht in rechtsextremistischen Kreisen zu verkehren. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber fordert die Aberkennung seines Bundesverdienstkreuzes. Der frühere...

Der international bekannte Dirigent Rolf Reuter steht unter Verdacht in rechtsextremistischen Kreisen zu verkehren. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber fordert die Aberkennung seines Bundesverdienstkreuzes.

Der frühere Generalmusikdirektor der Komischen Oper in Berlin wird beschuldigt seit Mitte der Neunziger Jahre in rechtsextremen Kreisen aufgetreten zu sein. Tom Schreiber verlangt nun eine Aberkennung seines Bundesverdienstkreuzes, sowie eine Beendigung seiner Ehrenmitgliedschaft in der Komischen Oper Berlin. "Was Reuter denkt, ist trotz seines hohen Alters nicht hinzunehmen", sagt Schreiber. Das Bundespräsidialamt geht diesen Vorwürfen nach und wird sie überprüfen.

Heute berichteten die 'Berliner Zeitung' und die 'taz' von den Tätigkeiten Reuters und nahmen dabei Bezug auf die Recherchen des antifaschistischen Pressearchives 'apa-biz'. Schon 1996 soll Reuter an Unterschriftenaktionen teilgenommen haben, um Holocaust-Leugner mit Solidaritätsadressen zu unterstützen. Außerdem trete er als Referent bei einschlägigen Veranstaltungen auf und besuche seit 2001 regelmäßig die Kultur-Gesellschaft, nach Angaben des 'apa-biz' „eine der wichtigsten Kaderorganisationen innerhalb des deutschen Neofaschismus".

Eine Erklärung zu diesen Anschuldigungen will der 81-Jährige erst nach juristischer Beratung mit seinem Anwalt abgeben. Er spricht aber von einer „Diffamierungskampagne", die er als „Schande für das Land" empfinde. Der Stiftungsrat der Berliner Opernhäuser verlangt von ihm eine Stellungnahme bis zum 31. August. Grundsätzlich geht der Rat von einer Unschuldsvermutung aus, doch der Sprecher André Kraft betont auch: „Rechtsradikales Gedankengut ist mit der Komischen Oper keinesfalls vereinbar".

Der Dirigent ist 1926 als Sohn des Komponisten Fritz Reuter in Leipzig geboren. Nach einem Musikstudium begann er seine Karriere am Landestheater in Eisenach. Von 1983 bis 1993 war er Chefdirigent und Generalmusikdirektor an der Komischen Oper in Berlin und bekam dort 1993 die Ehrenmitgliedschaft. Während seiner Berufszeit hatte er viele Gastauftritte auf der ganzen Welt. Für sein musikalisches Wirken bekam Reuter 2000 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Er hat noch einen kleineren Lehrauftrag an der Berliner Musikhochschule 'Hanns Eisler', die in Reuter keinen Rechtsextremisten sieht: „Für uns gibt es keine erkennbaren Anzeichen".

Der Bundespräsident und der Berliner Senat wollen nun die Anklage gegen Reuter ausführlich überprüfen lassen. Eine Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes erfolgt zwar sehr selten, doch die Chefin des Berliner Senats, Barbara Kisseler, sagt: „Wenn sich jemand zu aktivem Tun in solchen Kreisen hinreißen lässt, passt das nicht zu der Würde der Auszeichnung". (cma)

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