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12.10.2006Karlsruhe

Handschriften werden nicht für Salem geopfert

Die finanziellen Mittel zum Erhalt der Schlossanlage Salem am Bodensee sollen durch Sponsoren und öffentliche Mittel gesichert werden. Die benötigten 30 Millionen Euro werden also nicht durch einen Verkauf mittelalterlicher Handschriften...

Die finanziellen Mittel zum Erhalt der Schlossanlage Salem am Bodensee sollen durch Sponsoren und öffentliche Mittel gesichert werden. Die benötigten 30 Millionen Euro werden also nicht durch einen Verkauf mittelalterlicher Handschriften aus der badischen Landesbibliothek Karlsruhe erwirtschaftet. Der Plan, die wertvollen Handschriften zu veräußern, stieß in den letzten Tagen auf heftige internationale Kritik.

"Publikumswirksam" müsse man Spender und Sponsoren ins Boot holen, verkündete Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nun. Dies solle mithilfe einer für Januar geplanten Gala in Karlsruhe geschehen. Von der Veranstaltung erhofft sich die Landesregierung vor allem das Engagement der Bürger, um die 20 Millionen Euro voll zu kriegen. Zehn Millionen Euro sollen von der Landesstiftung Baden-Württemberg kommen.

Wird die Kampagne Erfolg zeigen, darf in der badischen Landesbibliothek Karlsruhe aufgeatmet werden: Über 6000 Manuskripte, Musikschriften und frühe Drucke können so vor dem auf harsche internationale Kritik gestoßenen Verkauf gerettet werden. Schon nachdem Bundeskulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) ankündigt hatte, die Handschriften notfalls auf die Liste nicht veräußerbarer Kulturgüter zu setzen, war das Projekt erloschen.

Doch ganz sicher kann der Verkauf der Handschriften bisher noch nicht ausgeschlossen werden. Oettinger reagierte auf die Kritik Neumanns mit den Worten: „Aussagen, dass ein Museum immer behalten muss, was es einmal hat, ist ein hohes Diktat, das von der Fachwelt aufgestellt wird.“ „Zur Not“ müsse man trotzdem über einen Verkauf nachdenken. (jul)

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