Michael Jacksons Film ‚This is it‘ ist in vielen Ländern der Welt auf Platz 1. Nur in Amerika, der Heimat des Superstars, wurde der Film mittlerweile von einer animierten Version der ‚Weihnachtsgeschichte‘ von Charles Dickens verdrängt. Derartiger Erfolg weckt natürlich auch Begehrlichkeiten: Joe Jackson, Michael Jacksons Vater, macht mit Geldforderungen Schlagzeilen. Dabei gerät der Inhalt des Films an sich in den Hintergrund – zu Unrecht.
In den USA ist ‚This is it‘ nun nicht mehr auf Platz 1. Dafür hat die Dokumentation der Konzertvorbereitung des ‚King of Pop‘ im Ausland mehr als 128,1 Millionen Dollar in die Kassen gespült - mehr als doppelt so viel wie auf dem Heimatmarkt.
Joe Jackson, der sich seit jeher als findiger Geschäftsmann gezeigt hat, will nun auch ein Stück vom Kuchen. Der 81-jährige hat vor Gericht einen Antrag auf eine monatliche Zahlung von 15.000 Dollar aus dem Vermögen seines Sohnes gestellt. Allein für Restaurantbesuche veranschlagt Joe Jackson 2500 Dollar im Monat, 3000 Dollar für Hotelübernachtungen. Zur Begründung wird in dem Antrag angegeben, dass die Verwalter des Vermögens gewusst hätten, dass der begnadete Sänger und Tänzer seinen Vater seit Jahrzehnten finanziell unterstützt habe. Momentan erhält Joe Jackson 1.700 Dollar pro Monat aus der Sozialversicherung.
Dabei tritt der Grund für Michael Jacksons momentanen kommerziellen Erfolg in den Hintergrund: der Film ‚This is It‘, der seine Konzernvorbereitung dokumentiert und seine neue CD mit dem gleichnamigen Titel.
Der Film, der die Aufnahme der Proben zeigt, zeigt einen eher fitten Michael Jackson, der durchaus bestimmt und auch bestimmend auftritt, wenn es um die Umsetzung seiner Songs geht. Natürlich kann man auch sagen, dass hier nur die Szenen hereingenommen wurden, die ihn besonders gut aussehen lassen aber: dass es diese Szenen gibt in denen sich Michael Jackson so zeigt, sagt auch einiges aus. Denn schließlich gab es zeitweise Gerüchte, dass er so schwach sei, dass er einen Rollstuhl benötige um sich fortzubewegen.
Was auffällt, ist die Leichtigkeit mit der Michael Jackson seinen Gesang und seinen Tanz kombiniert. Er singt, löst sich aus der Gruppe der Tänzer, um sich Sekunden später mühelos wieder einzureihen. Was die Tanzschritte angeht, so hat der 50-jährige keine Probleme mit seinen wesentlich jüngeren Tänzern mitzuhalten. Hier zeigt sich immer wieder, wer Michael Jackson war: ein Vollprofi. Immer wieder greift er ein, um klarzumachen, was ihm wichtig ist: seine Songs sollen auch im Konzert dieselbe Qualität haben wie auf einem Tonträger. Und natürlich die Liebe, zur Musik und zu seinen Fans, die soll zu jedem Zeitpunkt spürbar sein. Wenn der Weltstar das Gefühl hat, dass der Rest nicht mit vollem Herzen dabei ist, tut er seinen Unmut mit einem kleinen Scherz kund: „I can't feel the love. You know the L-O-V-E." (Ich kann die Liebe nicht spüren. Ihr wisst schon, die L-I-E-B-E.)
Gleichzeitig kann man, wie Martin Risel im Interview mit Katrin Heise vom ‚Deutschlandradio Kultur‘ richtigerweise bemerkte, sein Gesicht nie sehen. Wenn Michael Jackson nicht eine seiner berühmten Sonnenbrillen auf hat, die sein Gesicht und insbesondere seine Augen verbergen, geht die Kamera meist in die Totale - ohne je sein Gesicht in Nahaufnahme zu sehen. Das ist zum einen sehr schade, weil man bei manchen Songs wie ‚Why‘ das Gefühl hatte, dass er völlig bei sich ist, dass es ihm sehr viel Spaß macht auf der Bühne zu stehen - und man dabei einfach gerne auch seine Mimik gesehen hätte. Zum anderen ist es auch merkwürdig, schließlich waren diese Aufnahmen nie für die Öffentlichkeit gedacht. Entweder gibt es tatsächlich keine Aufnahmen, die sein Gesicht zeigen, oder es gibt welche, und sie wurden herausgeschnitten. Wobei sich dann die Frage stellt, warum das passiert ist.
Verwandte Artikel
Das trotz aller Leistung, die dieser Superstar bei den Proben an den Tag legt, nicht alles ok ist, sieht man an seinem Körper. Sehr dünn ist er, fast dürr, ausgemergelt. Seine Stimme kann er nach wie vor in ungewohnte Höhen treiben, traut sich aber nicht mehr so, wie sich bei der Ballade ‚I just can`t stop loving you‘ im Duett mit einer Sängerin zeigt. Obwohl alle begeistert sind, fühlt er sich scheinbar unwohl, und erklärt, dass er seine Stimme schonen müsse. Diese Szenen in denen sich diese Ambivalenz zeigt, in denen der von all seinen Tänzern und Musikern vergötterte Star seine Unsicherheit aufblitzen lässt, sie machen den Film sehenswert. (jka)
Blackbird (09.11.2009 19:57)Nun ja, es ist halt eine gefilmte Probe. Schaut man sich die Proben zu Dangerous an, die Michael noch auf Neverland durchgeführt hat, sieht man ihn auch nur in der Totalen. Deshalb sollte sich zunächst niemand durch die Kameraeinstellung zu Spekulationen hinreissen lassen.