Arme Ingeborg Bachmann. Einer der renommiertesten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum ist nach ihr benannt, doch kaum einem der Kandidaten ist die Autorin wirklich ein Begriff. Wie die diesjährige Preisträgerin Kathrin Passig der...
Arme Ingeborg Bachmann. Einer der renommiertesten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum ist nach ihr benannt, doch kaum einem der Kandidaten ist die Autorin wirklich ein Begriff. Wie die diesjährige Preisträgerin Kathrin Passig der „Netzeitung“ verriet, habe nur einer von etwa sechs von ihr befragten Konkurrenten nach eigener Aussage etwas von Bachmann gelesen.
Sie selbst sei da keine Ausnahme. „Ich weiß so gut wie nichts über sie, habe aber in Klagenfurt gemerkt, dass ich damit nicht alleine stehe“, so die 36-Jährige. Sie habe sich „überhaupt nicht“ mit Bachmann beschäftigt, gab Passig in bemerkenswerter Offenheit zu.
Die 36-jährige Sachbuchautorin, Übersetzerin und „taz“-Kolumnistin Kathrin Passig hatte mit ihrem literarischen Debut „Sie befinden sich hier“ Ende Juni im ersten Anlauf den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Erst zum zweiten Mal in der dreißigjährigen Geschichte des Preises ging auch der Publikumspreis an den Favoriten der Jury. Der aktuell mit 25 000 Euro dotierte Preis wird seit 1977 jährlich in Klagenfurt zum Abschluss eines Lesemarathons vergeben. (ihe)