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'Popstars': Victoria erfährt vor laufender Kamera vom Tod ihrer Mutter

16.10.2008 'Popstars': Victoria erfährt während der Show vom Tod ihrer Mutter

Schicksalsschlag in der Castingshow

Es ist wohl der bislang schlimmste Moment im Leben der 16-jährigen Victoria: Die Kandidatin der Castingshow 'Popstars' befindet sich gerade auf einem Workshop in Ägypten, als sie vom unerwarteten Tod ihrer Mutter erfährt. Darf ein solcher Moment im Fernsehen thematisiert werden? ProSieben ist der Meinung: Ja.

Die 16-Jährige habe bereits "etwas Schlimmes geahnt", erzählte Victoria nun der Jugendzeitschrift 'BRAVO', als sie den Anruf ihres Vaters erhielt. Während Victorias Vater seiner Tochter die Hiobsbotschaft überbringt, klärt Juror und Tanzlehrer Detlef 'D!' Soost die übrigen Kandidatinnen darüber auf, was passiert ist. Letztere Szene wird vor den Kameras gezeigt, erstere nicht. Tränen fließen, auch beim bulligen Coach selbst.

Die 16-Jährige reist sofort zurück in ihre Heimatstadt Bergheim-Erft, um bei der Beerdigung ihrer Mutter dabei sein zu können. Begleitet wird sie dabei von Soost, der während der langen Reise Trost spendet. Victorias Mutter wurde nur 44 Jahre alt, sie starb an einem völlig unerwarteten Herzinfarkt. Nur zwei Tage vor ihrem Tod hatten die beiden noch miteinander telefoniert.

Mit dem Vorfall verbundene Szenen will der Fernsehsender ProSieben in der 'Popstars'-Episode am heutigen Donnerstagsabend zeigen, und schon jetzt hagelt es Kritik am Sender. "Darf man so etwas noch zeigen? Ist das noch Unterhaltung?", fragt die 'BILD'-Zeitung, selbst kein Kind von Traurigkeit, wenn es um den Umgang mit Persönlichkeitsrechten geht.

Im offiziellen Forum von ProSieben sprechen aufgebrachte User von "ekelhafter Quotenmacherei". Ein Benutzer ereifert sich: "Ich finde es einfach nur schamlos und widerlich!" Sogar CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla schaltete sich in die Diskussion ein und bezeichnete ProSieben als "zynisch". Der Sender lasse jegliches Verantwortungsgefühl vermissen und werde seiner Fürsorgefunktion nicht gerecht, so der 49-Jährige.

In einer ersten offiziellen Stellungnahme bemühte sich ProSieben, die Wogen zu glätten. So werde nicht gezeigt, wie Victoria die Todesnachricht ihrer Mutter am Telefon übermittelt bekommt. Darüber hinaus hätte die 16-Jährige der Ausstrahlung der strittigen Szenen zugestimmt. "In dem Falle ist nur eine Meinung wichtig: Victoria ist sehr zufrieden damit, wie ihre ganz persönliche Geschichte erzählt wird", heißt es in einem Statement von ProSieben-Sprecher Christoph Körfer.

Experten weisen jedoch daraufhin, dass Victoria ihre Zusage im Schockzustand abgegeben haben könnte und dass der Sender eine Fürsorgepflicht habe. Die 16-Jährige hätte vor sich selbst beschützt werden müssen. Trotz allem: Juristisch betrachtet scheint ProSieben sauber zu sein. Ob dies auch in moralischer Hinsicht gilt, oder ob man das Thema nicht ganz aus der Show hätte drauslassen sollen - diese Beurteilung bleibt dem Zuschauer überlassen.

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (4)
RealSweetAngel (06.11.2008 14:14)

Ohne weitere Worte oder?

ich denke auch, dass Victoria sehr gut dazu in der Lage war, das selbst zu entscheiden...ganz gleich, ob sie unter Schock stand oder nicht.

Und btw. was regt sich eigentlich eine "Bild" auf, dass das ausgestrahlt wird?? AUSGERECHNET! Normalerweise sind die Zeitungen immer die ersten, die die Castingteilnehmer ins Visier nehmen, und das gesamte Privatleben zerstückeln?