Ein Mann kann es kaum fassen: Erst die Teilnahme an einer TV-Show, und jetzt der Riesenkracher - die Nr. 1 in den deutschen Charts. Michael Hirte hat geschafft, wovon viele wohl nur träumen können. Vor wenigen Wochen musste der Mundharmonika-Star noch auf der Straße seine Moneten zusammenmusizieren, jetzt sprudelt das Geld nur so auf ihn ein. Der Gewinner der RTL-Castingshow 'Das Supertalent' hat in der vergangenen Woche in Deutschland mehr CDs verkauft als sonst irgendein Künstler.
In die Adventszeit passt sein Debütalbum 'Der Mann mit der Mundharmonika' wie der Glühwein zum Weihnachtsmarkt: Der 44-jährige Michael Hirte hat Altrocker Herbert Grönemeyer mit seiner Best-of-CD 'Was muss muss' von der Spitze der deutschen Charts verdrängt. Der frühere Hartz-IV-Empfänger zog auch mit 'Ave Maria' auf die 42.Stelle der Single-Charts, wie media-control aus Baden-Baden mitteilte.
Ab Februar setzt der Solo-Artist dann noch einen drauf. In Begleitung eines veritablen Orchesters tritt er auf 22 Bühnen der Republik auf und bringt dabei sogar einige "musikalische Wegefährten" mit. Das teilte der Musikveranstalter Depro Concert am gestrigen Dienstag in Frankfurt mit. In diesem Zusammenhang spricht der 'Supertalent'-Vermarkter von einer "der emotionalsten Geschichten dieses Jahres" und zieht dazu eine Parallele zum britischen Pop-Oper-Star Paul Potts - der es ebenfalls durch eine Castingshow zum kometenhaften Aufstieg zum Ruhm gebracht hat.
Dieter Bohlen hatte den Erfolg des Straßenkomödianten mal wieder einmal treffsicher prophezeit: "Wenn Michael es nicht wird, fresse ich die Jacke auf", hatte der Pop-Titan kurz vor Ende der Zuschauer-Abstimmung getönt. Hirte selbst äußerte sich indessen in der Regel wesentlich bescheidener: Ein schlichtes "Ich bin glücklich, dass ich das geschafft habe, und dass ich gewonnen habe", hatte der Brandenburger zum Besten gegeben, bevor er eine herzzerreissenden Wiedergabe von 'Stille Nacht, Heilige Nacht' intonierte.
Sein Talent hatte Hirte allerdings bereits im zarten Alter von acht Jahren entdeckt, auf Besuch bei Verwandten: "Nach einer halben Stunde konnte ich das erste Lied. Sie waren so erstaunt, dass sie mir die Mundharmonika geschenkt haben", so Hirte. Seine Lieder lernt er bis heute durch bloßes Zuhören: "Ich probiere so lange, bis ich die richtige Tonart gefunden habe. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie man das macht, Noten lesen und das dann auf die Mundharmonika übertragen."