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SPEKTAKULÄRER COUP BEIM REKORDMEISTER

08.10.2008 FC Bayern München: Kommen Goran Pandev und Anatoli Timoschtschuk?

100 Tage Jürgen Klinsmann

Nach 100 Tagen im Amt wird bei Politikern meist ein erstes Zwischenfazit gezogen. Auch Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann hat nun diese erste Distanz an der Säbener Straße hinter sich. Angesichts des unbefriedigenden elften Platzes in der Bundesliga und wenig ansprechenden Leistungen fällt die Zwischenbilanzziemlich negativ aus. Klinsmann verspürt daher auch heftigen Gegenwind. Kein Wunder, dass die Bayern nun personell nachbessern wollen - zwei internationale Topspieler stehen auf der Liste.

„100 Tage Zick-Zack-Kurs" - mit diesen Worten betitelte der 'Kicker' am gestrigen Montag einen Bericht über den Start von Jürgen Klinsmann beim FC Bayern München. Anhand von zehn Aussagen, die der Ex-Bundestrainer seit seinem Amtsantritt an der Isar gemacht hat, illustriert das Fachblatt den eklatanten Unterschied zwischen Anspruch und Realität beim Rekordmeister. Besonders erwähnenswert wäre da das Zitat „Der Kapitän wird eine Persönlichkeit mit Stellenwert". In der Realität sieht es so aus, dass Klinsmann seinen Kapitän Mark van Bommel beim 3:3 gegen Bochum am vergangenen Samstag zum dritten Mal in dieser Saison über 90 Minuten auf der Bank schmoren ließ.

Ex-Bayern-Kapitän und Klinsmann-Gegner Oliver Kahn zog daraus die richtigen Schlüsse: „Ein Kapitän, der auf der Bank sitzt, kann nicht die Rolle ausfüllen, die er sollte. Mark ist in seiner Funktion geschwächt", ätzte der langjährige Bayern-Keeper. Noch geht van Bommel professionell mit der Situation um, und vermeidet öffentliche Kritik an seinem Vorgesetzten. Doch wie lange dies noch so bleibt, ist fraglich. Vor allem, da die Mannschaft auch ohne den formschwachen Kapitän keineswegs besser agiert. Sollte der Holländer doch medial gegen Klinsmann lostreten, könnte die ohnehin schlechte Stimmung in München schnell ungemütlich werden.

Keine Frage, der 45-Jährige hat derzeit mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Dass die Fans angesichts von nur zwei Siegen in sieben Bundesligapartien unzufrieden sind, ist verständlich. Als Anhänger des FC Bayern ist man ganz einfach nicht gewohnt, seine Mannschaft daheim gegen Bochum einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielen zu sehen. Stets verweist Klinsmann auf die Langfristigkeit seines Projekts. Doch auch wenn die Verantwortlichen beim deutschen Rekordmeister nicht für Schnellschüsse bekannt sind, und dem Trainer noch den Rücken stärken - das Blatt sollte sich schnellstmöglich wenden. Nur durch Siege, am besten beeindruckend herausgespielte, kann sich der momentan ungeliebte Schwabe in München freischwimmen.

Angesichts der spielerischen Misere ist es kein Wunder, dass rund um die Bayern ständig neue Transfergerüchte die Runde machen. War es zuletzt der russische Topstürmer Pavel Pogrebnyak von Zenit St. Petersburg, der sich laut eigener Aussage schon in Verhandlungen mit dem Rekordmeister befindet, so gibt es nun Wirbel um dessen Mannschaftskameraden Anatoli Timoschtschuk. Der ukrainische Mittelfeldspieler, seines Zeichens Kapitän bei Zenit, ist spätestens seit dem Duell der beiden Mannschaften im Uefa-Cup-Halbfinale der vergangenen Saison für die Bayern interessant geworden. Nun tauchte während der letzten Woche eine Meldung auf der offiziellen Bayern-Homepage auf, die den Vollzug des Transfers meldete. Wenig später war diese Meldung jedoch wieder verschwunden.

Bayern-Pressesprecher Markus Hörwick glaubt, dass dies das Werk von Computerhackern war: „Dieser Text kommt nicht von uns, da hat jemand das System geknackt." Trotz dieser etwas unglaubwürdigen Ausrede ist ein Transfer in der Winterpause nicht unwahrscheinlich. Laut einem Bericht der 'Bild' haben die Bayern außerdem großes Interesse an einer Verpflichtung von Goran Pandev. Der 25-Jährige Mazedonier in Diensten von Lazio Rom ist seit Jahren einer der verlässlichsten Torjäger in der Serie A.

Dass Lazio momentan an der Tabellenspitze in Italien steht, ist zu einem großen Teil Pandevs Verdienst, der in den ersten fünf Saisonspielen vier Treffer erzielte. Bereits in der vergangen Saison hatte der deutsche Rekordmeister Interesse am Mazedonier. Der entschied sich jedoch, bis zum Ende seines Vertrags im kommenden Sommer in Rom zu bleiben. Doch vielleicht lässt sich der Torjäger schon im Winter an die Isar locken? Dies wäre ohne Zweifel das Aus von Lukas Podolski beim FC Bayern.

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