Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Israel ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten. Einer Umfrage des Instituts 'Dialog' zufolge werden sowohl die regierende Kadima-Partei als auch der oppositionelle Likud-Block jeweils 31 der 120 Parlamentssitze gewinnen. Währenddessen setzte das israelische Parlament einen Termin für die Neuwahl fest: Am zehnten Februar sollen die Israelis zur Urne schreiten.
Dies teilte Parlamentspräsidentin Dalia Itzik am Donnerstag in Jerusalem mit. Bereits am Dienstag hatten sich die Fraktionen auf diesen Termin geeinigt. Eine Verschiebung der Wahl sei jedoch nicht ausgeschlossen, sagte Itzik.
Die Neuwahl wurde nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Ehud Olmert erforderlich, der am 21. September wegen verschiedener Korruptionsvorwürfe seinen Hut nehmen musste. Die Kadima-Vorsitzende und Außenministerin Tzipi Livni war daraufhin mit dem Versuch gescheitert, eine neue Regierung zu bilden. Staatspräsident Shimon Peres gab am Montag grünes Licht für die Ausrichtung von Neuwahlen.
Diese forderte Likud-Spitzenkandidat Benjamin Netanyahu bereits seit Monaten. Noch zu Beginn der Woche sahen Umfragen den als Hardliner berüchtigten 59-Jährigen im Hintertreffen. Im August jedoch lag Netanjahu in den Umfragen deutlich vorne.
Verwandte Artikel
Die israelischen Wähler attestieren dem Likud-Block-Spitzenkandidaten, der bereits von 1996 bis 1999 Ministerpräsident war, größere Kompetenz im Gebiet der Sicherheitspolitik. Livni hingegen gilt in der israelischen Politlandschaft als frisches Gesicht ohne Verbindungen zur Korruption. Allerdings gilt sie noch immer als unerfahren. (fr)