Die ARD und das ZDF kommen zu den gleichen, schlechten Wahlprognosen für die CSU: Die Christsozialen kommen nur noch auf 47 Prozent, womit ihnen nun bei den Landtagswahlen am 28. September der Verlust der absoluten Mehrheit in Bayern droht. Die verlorenen Prozente kommen jedoch nicht der SPD zu Gute. Die Sozialdemokraten erhalten laut dem ZDF-„Politbarometer“ lediglich 20 Prozent. Auch beim Fernsehduell gegen SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget schwächelte Ministerpräsident Günther Beckstein.
Es ist noch knapp eine Woche bis zur Landtagswahl in Bayern, jedoch gibt es für die CSU zurzeit keinen Grund zur Vorfreude. Eine Umfrage für die ARD-‚Tagesthemen' wie auch das „Politbarometer" des ZDF prognostizieren den Christsozialen lediglich 47 Prozent. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte es für die CSU mit Ministerpräsident Edmund Stoiber noch 61 Prozent gegeben. Es wird also spannend, denn laut der Meinungsforscher seien 49 Prozent der Bayern noch unentschlossen, ob und wen sie wählen wollen.
Dies sei für den Freistaat ein neues Phänomen, das für das restliche Deutschland jedoch schon seit einiger Zeit zu beobachten sei. Das ZDF diagnostiziert diese Unentschlossenheit als Symptom für die zurückgehende Bindung vieler Wähler an eine bestimmte Partei. Der Austausch des Spitzenkandidaten von Stoiber zu Beckstein habe feste Strukturen ins Wanken gebracht. Jetzt ist nichts mehr so wie es einmal war, außer vielleicht, dass der SPD nach wie vor rund ein Fünftel der bayrischen Stimmen vorhergesagt wird.
Die FDP erhält nach der aktuellen ZDF-Umfrage neun Prozent, die Freien Wähler und die Grünen liegen bei acht Prozent. Für die Linkspartei sieht es schlechter aus, mit lediglich vier Prozent scheitert sie an der Fünf-Prozent-Hürde. Sollte denn eine Koalition notwendig sein, so würden gerne 31 Prozent die FDP and der Seite der Christsozialen sehen, 14 Prozent wünschen sich eine große Koalition, sechs Prozent würden die Grünen gern mitregieren lassen und neun Prozent möchten rot und grün kombinieren.
1.105 zufällige Wahlberechtigte äußerten für das ZDF von Dienstag bis Donnerstag ihre Meinung. Große Veränderungen dürfe auch das eher flache Fernsehduell zwischen Beckstein und Maget nicht bringen. Am Donnerstagabend kam der Ministerpräsident zum ersten Mal mit dem Herausforderer zu einem TV-Duell vor einer Landtagswahl zusammen. Beckstein bezeichnete Bayern als „wunderschönes Land", das „lange erfolgreich regiert" worden sei, und Maget versuchte dieses Bild mit Hinblick auf die Landesbank und den Transrapid ins Wanken zu bringen. (ago)