01_aktion_300x300
Linkbox
Artikel zum Thema
Highlights zum Thema
Pressestimmen zum Thema
Bildgalerie
Robert Pattinson und Kristen Stewart in 'Twilight Eclipse': Ewiger Treueschwur
Highlights der Woche (KW 20)
Diese Seite DruckenDiese Seite weiterempfehlen
StartseiteItemsWatchesERNEUTER ZWISCHENFALL
Unfall auf russischem U-Boot 'Nerpa' kostet 20 Menschen das Leben

10.11.2008ERNEUTER ZWISCHENFALL

Unfall auf russischem U-Boot 'Nerpa' kostet 20 Menschen das Leben

In kyrillischer Schrift steht mit großen Buchstaben das Wort 'Nerpa' auf dem Bug des stählernen, langen Wassergefährtes, das friedlich in den russischen Gewässern liegt. Das Atom-U-Boot aus Moskau mit dem arglosen Namen 'Seehund' kostete in der Nacht zum Sonntag jedoch 20 Menschen das Leben. Ursache war nach offiziellen Angaben der Austritt tödlichen Kältemittels.

Bei einer russischen U-Boot-Testfahrt am Samstag im Japanischen Meer starben drei Offiziere und 17 Zivilisten um 20 Uhr 30 Ortszeit an einer Gasvergiftung. Das für Menschen letale Brandschutzmittel Freon strömte aus, als das Feuerlöschsystem des U-Bootes aus noch ungeklärten Gründen plötzlich angegangen war. Insgesamt sollen 208 Personen an Bord gewesen sein. Neben den 20 Toten wurden 21 Menschen schwer verletzt.

Laut Agenturberichten war dem verunglückten Unterwasserboot der U-Boot-Zerstörer 'Admrial Tributs' zu Hilfe gekommen. Das zweite Tauchboot brachte die Verletzten und die 'Nerpa' dann zum Militärhafen 'Bolschio Kamen' nahe Wladiwostok zurück. Das U-Boot 'Nerda' per se und sein Atomreaktor waren nicht zu Schaden gekommen. Flottensprecher Igor Dygalo gab am Sonntag Entwarnung: An Bord sei keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Die Havarie gilt als schwerstes Unglück der russischen Marine seit der Tragödie der 'Kursk' im Jahr 2000 und als zweiter großer Schlag für die selbst ernannte Großmacht.

Sicherheitsexperten stehen allerdings vor einem Rätsel: Noch unklar ist, warum das Kältemittel Freon, das einem Feuer an Bord in kürzester Zeit Sauerstoff entziehen soll, ausgetreten ist. Einen Brand habe es an Bord nämlich nicht gegeben. Dies teilte ein Vertreter der russischen Marine der Nachrichtenagentur Itar-Tass mit. Dazu müsse noch geklärt werden, warum die betroffenen Personen ihre Notfallatemausrüstung nicht angelegt haben, die sie eigentlich bei sich tragen sollten. Der russische Präsident Dimitri Medwedew forderte umgehend eine umfassende Aufklärung des Vorfalls und setzte sich für eine "größtmögliche Unterstützung" der Hinterbliebenen der Opfer ein.

Erste Hinweise für nähere Ursachen des Unfalls lieferte ein russischer Sicherheitsexperte am gestrigen Sonntagabend. Er wies auf einen potentiellen Programmfehler im Brandschutzsystem hin. Möglich sei aber auch menschliches Versagen. So sei eine falsche Bedienung der komplizierten U-Boot-Technik ebenfalls nicht auszuschließen.

Bereits im August 2000 hatte Russland mit der Tragödie des russischen U-Bootes 'Kursk' in der Barentsee auf sich aufmerksam gemacht. 118 Menschen waren damals ums Leben gekommen, und nur britische und norwegische Taucher waren in der Kage gewesen, das Wrack zu bergen. Als Ursache galt nach offiziellen Angaben die Explosion eines Torpedos. Nach Angaben von Militärexperten seien die russischen Defizite und rückständige Modernisierung vor allem auf mangelnde finanzielle Unterstützung zurückzuführen. Auch der Bau der 'Nerpa', die zur Akula-II-Klasse von Kampf-U-Bototen gehört, war zwar 1991 begonnen worden, aus Geldmangel aber über mehrere Jahre eingestellt worden. (sk)

Neuen Kommentar schreiben Leser-Kommentar (0)