Die USA haben angekündigt, künftig an Gesprächen der übrigen vier Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland mit der Regierung des Iran teilnehmen zu wollen. Dies erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington. Der Iran kündigte an, die Einladung der USA und anderer Staaten zu Gesprächen über sein Atomprogramm prüfen zu wollen.
"Wir glauben, dass ein vorsichtiges Engagement in Punkten, die unsere und weltweite Interessen mit Iran betreffen, sinnvoll ist", erklärte US-Außenministerin Hillary Clinton. Es gebe "nichts Wichtigeres, als Iran zu überzeugen, sein Streben nach einer nuklearen Waffe nicht weiter zu verfolgen." Die Regierung des Präsidenten Barack Obama vollzieht damin ein weiteres Mal eine Kehrtwende zur Politik von George W. Bush: Obamas Amtsvorgänger hatte direkte Gespräche mit Teheran stehts abgelehnt.
Die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland wollen den Iran nun zu neuen Gesprächen einladen. Dies kündigte ein Sprecher des US-Außenministerums an: "Wir hoffen, es wird sich die Gelegenheit bieten, Iran ernsthaft zur Kooperation zu ermutigen und die internationalen Bedenken an seinem Atomprogramm zu beseitigen." Eine Zusage des iranischen Staatspräsidenten steht allerdings noch aus. Mahmud Ahmadinedschad kündigte im staatlichen Fernsehen allerdings an, das Angebot willkommen zu heißen, wenn es ehrlich sei und auf Respekt und Gerechtigkeit basiere.
Begrüßt hat Ahmadinedschahd derweil nach Angaben der Nachrichtenagentur 'Fars' Barack Obamas Wunsch nach einer atomwaffenfreien Welt. "Auch wir unterstützen eine weltweite atomare Entwaffnung und sind bereit, in dieser Hinsicht unseren Beitrag zu leisten", erklärte der Präsident der Islamischen Republik. Die USA und andere westliche Länder werfen dem Iran vor, an einem nuklearen Waffenprogramm zu arbeiten. Teherean bestreitet die Vorwürfe und behauptet, lediglich die zivile Nutzung der Kernkraft anzustreben.
Verwandte Artikel
Dieses Vorhaben möchte der Iran nach Angaben seines Präsidenten auch weiterhin umsetzen. Es müsse das Hauptziel sein, Länder mit nuklearen Waffen abzurüsten, nicht Länder, die eigene Atomkraft nutzen wollen, zu blockieren, so Ahmadinedschad. Am heutigen Donnerstag, dem iranischen nationalen Atom-Tag, will der Präsident angeblich den neuesten Stand beim Fortschritt des Nuklearprogramms bekannt geben. Durch die Fertigstellung einer neuen Fabrik hat der Iran mittlerweile die gesamte Produktionskette für die Herstellung von nuklearem Brennstoff erreicht. (stk)