Die USA lehnen einen möglichen Angriff Israels auf Anlagen des iranischen Atomprogramms ab und verweigern ihrem Verbündeten militärische Unterstützung. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte am heutigen Mittwoch, die USA „halten eine Aktion gegen den Iran derzeit nicht für angebracht“. Die amerikanische Regierung forderte Israel jedoch auf, die USA vor einem solchen Schritt zu informieren.
„Die Amerikaner sind nicht bereit, uns bei einem Angriff auf den Iran zu unterstützen“, erklärte der israelische Verteidigungsminister am heutigen Mittwoch im Militärfunk. Die USA lege den Fokus im Atomstreit auch weiterhin auf den Ausbau der wirtschaftlichen Sanktionen und der Informationsbeschaffung. „Im Moment geht es vor allem darum, die diplomatischen Verhandlungen voranzutreiben. Wir haben aber viele Optionen. Israel ist ein starkes Land“, betonte Barak.
Israelische Medien berichteten am heutigen Mittwoch, die Vereinigten Staaten hätten kürzlich eine Anfrage Israels nach militärischer Unterstützung abgelehnt. Auch die Bitte nach weiteren Waffen erfüllte die USA demnach nicht. Washington habe den Antrag als Zeichen dafür gewertet, dass die israelischen Vorbereitungen für einen möglichen Angriff bereits weit fortgeschritten seien. Medienberichten zufolge warnte die USA ihren Verbündeten jedoch vor einer etwaigen Militäraktion, da sie mit einem Schaden der amerikanischen Interessen verbunden wäre.
Einige höhere israelische Regierungsmitglieder haben angeblich gehofft, dass der amerikanische Präsident George W. Bush noch vor dem Ende seiner Amtszeit einen Angriff auf iranische Nuklearanlagen anordnen könnte. Barak wollte sich zu den Berichten nicht äußern, dementierte sie jedoch auch nicht.
Israel geht davon aus, dass der Iran nach der Entwicklung von Atomwaffen strebt. Teheran weist die Vorwürfe jedoch zurück. Führende Politiker sowohl Israels als auch der USA hatten in dem lang schwellenden Konflikt auch einen Militäreinsatz nicht ausgeschlossen. US-Geheimdienste hatten jedoch in einem von Israel zurückgewiesenen Bericht festgestellt, dass der Iran seine Anstrengungen eine Atombombe zu bauen bereits 2003 gestoppt habe.
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Unterdessen beschlossen die USA am heutigen Mittwoch weitere Sanktionen gegen fünf iranische Firmen, die unter dem Verdacht stehen, den Ausbau des Atomprogramms zu unterstützen. Auch die Sechser-Gruppe berät derzeit über eine weitere Sanktionsrunde des Sicherheitsrats. Einem britischen Diplomaten zufolge erwägen die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien angesichts der skeptischen Haltung Russlands Beschränkungen, die über die UNO-Strafmaßnahmen hinausgehen. (mis)