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Taliban-Kämpfer töten mindestens zehn französische Soldaten in Afghanistan

19.08.2008TERROR NIMMT KEIN ENDE

Taliban-Kämpfer töten mindestens zehn französische Soldaten in Afghanistan

In Afghanistan sind bei Gefechten mit Taliban-Kämpfern am heutigen Dienstag mindestens zehn französische Soldaten der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) ums Leben gekommen. Rund 50 Kilometer östlich von Kabul griffen die Aufständischen die ISAF-Kolonne an, von der auch mindestens zwölf weitere Soldaten verletzt wurden. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy bezeichnete den Angriff als „Hinterhalt mit extremer Gewalttätigkeit“ und fliegt noch heute Abend nach Afghanistan.

Die Taliban bekannten sich im Internet zu dem Angriff aus einem Hinterhalt im Bezirk Sarobi. Die zehn toten und mindestens zwölf verletzten Fallschirmspringer bilden den schwersten Verlust der französischen Armee seit 25 Jahren. Damals, 1983, waren bei einem Anschlag 58 Fallschirmjäger in Beirut ums Leben gekommen. Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums wurden bei den Kämpfen auch mindestens 27 Aufständische getötet.

Ein Offizier der Nato-Einheit ISAF, der ungenannt bleiben möchte, berichtete: „Wir mussten die Nacht durchkämpfen und es geht weiter.“ Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed zufolge hätten die Aufständischen die französische Truppe mit Minen und Raketen überrascht, wobei fünf Fahrzeuge zerstört worden seien. Die Nato-Einheit habe daraufhin mit Luftangriffen zurückgeschlagen.

„Ich verneige mich mit Respekt und Ergriffenheit vor dem Mut dieser Männer, die ihre Aufgabe bis zum höchsten Opfer erfüllt haben“, äußerte sich Sarkozy zu. Es sei erhebliche Unterstützung der Verbündeten angefordert worden, um die in den Hinterhalt geratenen Truppen aus französischen und afghanischen Soldaten zu retten, erklärte der Präsident weiter.

Trotz des Schocks über den schweren Verlust bleibe Frankreich entschlossen, den Kampf gegen Terror und für eine Demokratie in Afghanistan fortzuführen, kündigte Sarkozy an, der noch heute in das Land reisen will, um sich vor Ort über die Lage zu informieren. Frankreichs Armee hat rund 3.000 Soldaten in Afghanistan stationiert, 1.800 davon befinden sich in der Provinz Kabul.

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Seit Ende 2001 waren vor dem aktuellen Angriff 14 französische Militärmitglieder bei Kämpfen, Anschlägen und Unfällen ums Leben gekommen. Insgesamt befinden sich zurzeit 70.000 ausländische Soldaten in Afghanistan. Die Vereinten Nationen bilden zusammen mit der ISAF seit 2001 eine Übergangsregierung. Damals hatten die USA die radikalen Islamisten entmachtet und aus Kabul vertrieben. Seit dann wehren sich die Taliban mit Anschlägen und Überfällen gegen die ausländischen Einheiten.

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