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NATO in Afghanistan: Bundeswehr-Einsatz im Kreuzfeuer der Kritik

07.08.2008TALIBAN BEKENNT SICH

Selbstmordanschlag auf Bundeswehr in Afghanistan: Drei Soldaten verletzt

Talibankämpfer haben am gestrigen Mittwoch erneut einen Anschlag auf die deutsche Bundeswehrtruppe in Afghanistan verübt . In der Nähe der Stadt Kundus im Norden des Landes sollten die Soldaten ein defektes Bundeswehrfahrzeug bergen, als sich neben ihnen ein Motorradfahrer in die Luft sprengte. Drei Soldaten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Die Taliban haben sich mittlerweile zu dem Anschlag bekannt.

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam erklärte,  der Zustand der beiden Schwerverletzten sei „stabil“. Auch wenn zunächst noch nicht über eine Rückholung der Soldaten nach Deutschland nachgedacht wurde, hat ’Focus Online’ mittlerweile gemeldet, dass die Bundeswehr alle drei Verletzten noch heute aus Afghanistan ausfliegt.

Der Selbstmordanschlag hatte sich 35 Kilometer südlich der Stadt Kundus ereignet. Dieser Teil der gleichnamigen Provinz gilt generell als unruhig, bereits mehrfach wurden dort Anschläge und Attentate auch auf Bundeswehrsoldaten verübt.

Gegen 15 Uhr Ortszeit (ca. 12:30 Uhr MESZ) hatte die Bundeswehrtruppe damit begonnen, ein defektes Fahrzeug zu bergen. Währenddessen näherte sich ein Mann auf einem Motorrad, und sprengte sich neben den Soldaten selbst in die Luft. Die beiden Schwerverletzten wurden sofort per Hubschrauber in das Feldlazarett des Bundeswehrstandorts in Masar-i-Scharif geflogen.

Mittlerweile haben sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag bekannt. Ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid konnte per Telefon gegenüber Journalisten Anschlagsort und -zeit relativ präzise bestimmen. Der Attentäter habe Abdullah geheißen. Der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte Mudschahid außerdem, die Taliban hätten zwölf ausländische Soldaten getötet. Es gilt allerdings als normal, dass die Taliban bei Angaben zu ihren Opferzahlen häufig übertreiben.

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Das Attentat setzt die Reihe der Angriffe auf die Bundeswehr in Afghanistan fort. Erst in der letzten Woche wurden deutsche Soldaten in der Gegend um Kundus zweimal angegriffen, jedoch gab es keine Verletzten. Im letzten Jahr kamen drei Bundeswehrsoldaten ums Leben, als sich auf einem belebten Markt in der Stadt Kundus ein Selbstmörder in die Luft sprengte. Momentan sind noch rund 3.500 Bundeswehrtruppen in Afghanistan stationiert. (mre)

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